242
ÖZV, LXXIII/ 122, 2019, Heft 2
Gedankenguts" bezeichnet, 2 er galt als„ der nationalsozialistischeVolkskundler", seine„ Forschungen“ wurden im Zuge der selbstre-flexiven Diskussion um die Wissenschaftsgeschichte eindeutig dennationalsozialistischen Perspektiven in der Volkskunde zugeordnet4und seine„ wahnwitzigen Theorien der Rassenkunde“, die er„ bisan sein Lebensende nicht aufgab“, deutlich verurteilt. Diesem kla-ren Verdikt aus kulturwissenschaftlich- volkskundlicher Perspektiveschließen sich auch Historiker* innen an.
6
2
Olaf Bockhorn in der Diskussion V. In: Helge Gerndt( Hg.): Volkskunde
und Nationalsozialismus. Referate und Diskussionen einer Tagung.München 1987, S. 182-183.
3
Hermann Bausinger: Volkskunde: Von der Altertumsforschung zurKulturanalyse. Tübingen erw. Aufl. 1999, S. 69.
4
5
6
7
Hans Trümpy:„ Volkscharakter“ und„ Rasse“. Zwei fatale Schlagworteder NS- Volkskunde. In: Helge Gerndt( Hg.): Volkskunde und National-sozialismus. Referate und Diskussionen einer Tagung. München 1987,S. 169–177, hier S. 172 und 174.
Wolfgang Meixner:„... eine wahrhaft nationale Wissenschaft der Deut-schen..." Der Historiker und Volkskundler Adolf Helbok( 1883-1968).In: Michael Heider( Hg.): Politisch zuverlässig- rein arisch- deutscherWissenschaft verpflichtet. Die Geisteswissenschaftliche Fakultät in Inns-bruck 1938-1945. Bozen 1990, S. 126-133, hier S. 132.
Johannes Moser: Adolf Helbok. In: Sächsische Biografie, hrsg. vomInstitut für Sächsische Geschichte und Volkskunde e. V., http: // www.isgv.de/saebi/( Zugriff: 20.11.2019).
Am aktuellsten: Martina Pesditschek: Adolf Helbok( 1883-1968).„ Ichwar ein Stürmer und Dränger“. In: Karel Hruza( Hg.): ÖsterreichischeHistoriker. Lebensläufe und Karrieren 1900-1945. Wien, Köln, Weimar2019, S. 185-312. Vgl. aber auch: Martina Pesditschek: Adolf Hel-bok. In: Michael Fahlbusch, Ingo Haar, Alexander Pinwinkler( Hg.):Handbuch der völkischen Wissenschaften. Akteure, Netzwerke, For-schungsprogramme. 2. Aufl. Berlin, Boston 2017, S. 285-287; KlausFehn: Volksgeschichte im Dritten Reich als fächerübergreifende Wissen-schaftskonzeption am Beispiel von Adolf Helbok. Ein Beitrag zur inter-disziplinären Wissenschaftsgeschichte vor allem der Fächer Volkskunde,Landesgeschichte und Historische Geographie. In: Gunther Hirschfelder,Dorothea Schnell, Adelheid Schrutka- Rechtenstamm( Hg.): Kulturen- Sprachen Übergänge. Festschrift für H. L. Cox zum 65. Geburts-tag. Köln u. a. 2000, S. 567-580; Ingo Haar:„ Volksgeschichte“ undKönigsberger Milieu. Forschungsprogramme zwischen Weimarer Revi-sionspolitik und nationalsozialistischer Vernichtungsplanung. In: Hart-mut Lehmann, Otto Gerhard Oexle( Hg.): Nationalsozialismus in denKulturwissenschaften. Fächer- Milieus- Karrieren, Göttingen 2004,S. 169-209; Laurence Cole: Fern von Europa? Zu den Eigentümlichkei-ten Tiroler Geschichtsschreibung. In: Geschichte und Region/ Storia eRegione 5, 1996, S. 191-225, hier S. 207.
-