Jahrgang 
122 (2019) / N.S. 73
Seite
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ÖZV, LXXIII/ 122, 2019, Heft 1

Kaspar Maase: Populärkulturforschung. Eine Einführung.Bielefeld: Transcript 2019, 288 Seiten

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b6/ 58/ a5/ oa9783839445983.pdf

Theoretische Konzepte zu populärer Kultur sind bekanntlich vielfäl-tig, und unterschiedliche Perspektiven kreisen um ähnliche Begriff-lichkeiten, differenzieren und nähern sich, führen zu Streit undpolarisieren, sind produktiv oder verhalten- und bilden so einen bis-her kaum überschaubaren Möglichkeitsraum der Auseinandersetzungmit populärkulturellen Phänomenen. Kaspar Maase macht sich inseinem Einführungswerk zur Populärkulturforschung diesenRaum zunutze, indem er verschiedene Ansätze vorstellt, diskutiert,in Beziehung setzt und vor allem das ist die große Stärke des Ban-des, der ein Standardwerk für die kulturwissenschaftliche Populär-kulturforschung werden dürfte die Chancen ihrer Kombinationenherausarbeitet, um sich der Komplexität unserer Lebenswelten undihrer Verschränkung mit Populärkultur analytisch zu nähern.

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In seinen Überlegungen geht es Maase um die Bestimmungvon populären Feldern, um das Ausloten ihrer massenmedialen undkommerziell geprägten Vermittlung und um die spezifischen Weisendes Vergnügens, die Menschen in westlichen Gesellschaften prägen.Im Zentrum steht dabei sein Anliegen, Populärkultur als Gegen-stand ernsthafter, vorurteilsfreier, professioneller Kritik( S.16)wahrzunehmen. Daher richtet sich seine Einführung dezidiert anempirisch Forschende in den Feldern des ästhetischen Produzie-rens, Erlebens und Genießens( S. 10). Die konzeptionelle Breite derPhänomene, die in den Kulturwissenschaften und ihren Nachbar-disziplinen kursieren, unterstreicht dabei Maases Auffassung vonForschung als, transdisziplinäre Querschnittsaufgabe, und er bietethierfür einen äußerst fruchtbaren Werkzeugkasten an, mit dem For-schende zu unterschiedlichen Betrachtungsweisen gelangen können.Dass Maase dabei besonders Transparenz, Reflexion und Offenheitfokussiert, ist darin begründet, dass er sich selbst in seiner wissen-schaftlichen Auseinandersetzung intensiv um das populärkulturelleFeld bemüht hat und dass mit diesem Band jener BeschäftigungTribut gezollt wird. Die Leistung des Bandes liegt daher weniger in