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ÖZV, LXXIII/ 122, 2019, Heft 1
sie als AkteurInnen in ihre Forschungen einzubinden. Dies wurde inden unterschiedlichen Vorträgen mal mehr und mal weniger deutlich.
Viele Präsentierende befassten sich mit Aushandlungsprozes-sen und Machtverschiebungen, die zentrale gesellschaftliche Bewegun-gen und Interdependenzen widerspiegeln. So ging es um nostalgischeRegungen, den kritischeren Blick der Bevölkerung auf die land- undforstwirtschaftliche Urproduktion und alternative Lebensentwürfe.Einige der Vortragenden arbeiteten demgegenüber auch konkretan Lösungsansätzen. Diese Lösungen weiterzudenken, hätte denRahmen gesprengt und ihre Systematisierung war wohl auch nichtZiel der schwerpunktmäßig wissenschaftlichen Tagung. Die starkeAnwendungsorientierung spiegelte sich jedoch in den Diskussionenwider und schien im Interesse der TeilnehmerInnen zu liegen.
Dass die Atmosphäre der Tagung auch fachfremde Beiträgewillkommen hieß, war nicht nur sehr angenehm und erfrischend,sondern auch fordernd. Die heterogenen Programmpunkte befandensich zwar in sinnvoller Reihenfolge, lieferten Einsichten über denkulturwissenschaftlichen Tellerrand hinaus und entfachten lebendigeDiskussionen. Sie wurden theoretisch und inhaltlich jedoch wenigverknüpft. Auch was es heißt, Multispecies- Forschung zu betreiben,hätte tiefer und vergleichender diskutiert werden können.
CORRIE EICHER
Bericht zur 11. Jahresmitgliederversammlung und Tagungdes Vereins netzwerk mode textil e. v. mit Rahmenprogramm,3. bis 5. Mai 2019, Berlin
Gastgeber für die Tagung im Jahr 2019 war der Lette- Verein in Ber-lin- Schöneberg, der 1865 von Wilhelm A. Lette mit dem Ziel der„ Förderung des weiblichen Geschlechts“ gegründet wurde. Heutebefinden sich in dem Berufsausbildungszentrum mehrere Schulenund Studienzweige, die nicht mehr nur für Mädchen zugänglichsind. Die Ausbildung Modedesign und deren Räumlichkeiten konn-ten die Mitglieder des Netzwerks im Rahmen eines Rundgangskennenlernen.