Jahrgang 
122 (2019) / N.S. 73
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ÖZV, LXXIII/ 122, 2019, Heft 1

Bericht zur Tagung Ländliches vielfach! Leben und Wirtschaftenin erweiterten sozialen Entitäten", ausgerichtet vom Lehrstuhlfür Europäische Ethnologie/ Volkskunde der Universität Würzburgin Kooperation mit der Landesstelle Berlin- BrandenburgischeVolkskunde und der dgv- Kommission Kulturanalyse des Ländlichen,4. bis 6. April 2019, Würzburg

Zu Beginn der Tagung Ländliches vielfach! rief Michaela Fenske vomOrganisationsteam zu einer neuartigen Reflexion des Ländlichen auf.Dessen Logiken seien nur verständlich, wenn wir nichtmenschlicheAkteurInnen einbeziehen und eine Vielfalt kulturwissenschaftlicher,inter- und transdisziplinärer Perspektiven auf Wirtschaftsweisen,Entwicklungen und Praxisfelder entwickeln. Dementsprechendwaren bei der Tagung in Würzburg nicht nur die Kulturwissenschaf-ten vertreten, sondern auch die Agrargeschichte, Informatik undKunst. Außerdem beteiligten sich Mitarbeiterinnen zweier Freilicht-museen und Bienenaktivistinnen in Vorträgen und Diskussionen.

Die Tagung hatte sich das Ziel gesetzt, zentrale Gedanken derdgv- Kommission Kulturanalyse des Ländlichen weiterzuentwickeln.Gemeinsames Vorhaben war eine Auseinandersetzung mit Lebens-und Arbeitsgemeinschaften im ländlichen Raum, mit Verbindungenzwischen Wirtschaften und Alltag und mit einer Multispecies Eth-nography ländlicher Ökonomien.

Fenske( Würzburg) begründete das Programm mit demAnliegen, Möglichkeitsräume der Zukunft zu erschließen. Sie stelltedie folgenden Leitfragen: Wie wird den aktuellen sozio- ökonomi-schen und ökologischen Herausforderungen begegnet und welcheAlternativen bieten sich in der Landwirtschaft? So drückte sie dieHoffnung aus, dass die Diskussionen auch Impulse für die Entwick-lung ländlicher Räume liefern würden. Mehrere Programmpunktewaren dementsprechend auf die Praxisbereiche sowie auf inter- undtransdisziplinäre Dialoge ausgerichtet. Die rein( kultur-) wissen-schaftlichen Beiträge überwogen jedoch und rahmten die Praxisex-kurse bzw. Beiträge aus anderen Disziplinen.

Den Einstieg in die Thematik machte die Kulturwissen-schaftlerin Friederike Gesing( Bremen), indem sie divergente Rah-mungen des Gülleproblems" durch LandwirtInnen, TierhalterInnen