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ÖZV, LXXIII/ 122, 2019, Heft 1
bild magdie im Konvolut enthaltenen Stabpuppen erklären, die nichtzum Rest des Papiertheaters passen.
Historisches zum Papiertheater
Die Freude am Papiertheaterspiel resultierte in Österreich aus derbürgerlichen Theaterbegeisterung Ende des 18. Jahrhunderts und demRückzug in die häusliche Sphäre der Familie in Folge der politischenEreignisse. Von Wien ausgehend erlebte das private Miniaturtheater inder Biedermeierzeit seinen gesellschaftlichen Aufschwung. BesondereBerühmtheit erlangten in dieser Zeit die sogenannten Mandlbögen¹4und Papiertheaterdrucke aus der Wiener Druck- und Verlagsanstaltder Brüder Matthias und Josef Trentsensky. Sie brachten 1825 ihr ers-tes Papiertheater heraus und produzierten weitere Stücke bis 1870.15
Bereits um 1798 hatte Alois Senefelder durch die Erfindungder Lithografie die technischen Voraussetzungen für die Entwick-lung des Papiertheaters zu einem Massenmedium geschaffen. Dasneue Steindruckverfahren ermöglichte nämlich, Druckerzeugnissewie Theaterbögen günstig und in hohen Auflagen zu vervielfältigen.Die Abbildungen mussten anfänglich allerdings noch per Hand kolo-riert werden, bevor sie ausgeschnitten und auf dünnen Karton geklebtwurden. Serienmäßig geschah das unter Verwendung von Schablonen.Für betuchte Kundschaft gab es bereits vorgefertigte, spielbereiteKulissen- und Figurensätze zu kaufen. Es waren, den damaligenpädagogischen Vorstellungen entsprechend, die Werke großer Dich-ter und Musiker, die auf den kleinen Bühnen der Jugend spielerischnähergebracht werden sollten. Da man das Papiertheater nicht nurin Bühnentechnik und Ausstattung, sondern auch im Repertoire alsbewusste Kopie des großen Theaters ansah, fehlten spezielle Kinder-theaterstücke in den Anfängen der Produktion gänzlich.16
Der im deutschen Esslingen am Neckar bei Stuttgart im Jahr1831 von Jakob Ferdinand Schreiber( 1809-1867) gegründete Verlagwar bald für seine lehrhaften, naturwissenschaftlich ausgerichteten
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Von Mandln oder Manderln, also Figuren oder Figurengruppen zumAusschneiden.
Vgl. Herbert Zwiauer: Papiertheater. Bühnenwelt en Miniature. Wien1987, S. 8-9.
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Vgl. ebd., S. 9.