Raffaela Sulzner, Kunst- und Kulturvermittlung
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Ausblick
Im Herbst 2017 begleiten eine Kuratorin und eine Kulturvermittleringemeinsam BesucherInnen durch das Museum. Die Kuratorin stelltsich der Gruppe vor. Sie nennt ihren Namen, ihre Position und ihreZuständigkeit. Sie stellt daraufhin auch die Kulturvermittlerin vor.Sie nennt deren Namen, deren Position und deren Zuständigkeit:„ Sie ist ja leider nur Kulturvermittlerin, aber sie macht das sehr gut.“Die verbale Abwertung der Position der Vermittlerin zeigt: Es istnach wie vor keine Selbstverständlichkeit, dass freie oder angestellteKunst- und KulturvermittlerInnen als gleichwertige Kolleginnenwahrgenommen werden.
Eine Frage, die ich allen InterviewpartnerInnen gestellt habe,war jene nach ihren Wünschen für die Zukunft der Arbeit als Kunst-und KulturvermittlerIn. Die Anliegen umfassen Forderungen aufstruktureller Ebene, wie bessere Arbeitsbedingungen, ein geregeltesEinkommen und die Möglichkeit, weniger alleine und mehr im Teamzu arbeiten. Weitreichender sind die Bedürfnisse auf symbolischerEbene. Hier geht es um mehr Anerkennung und Wertschätzung fürdie Arbeit, die Möglichkeit einer gleichwertigen Zusammenarbeitinnerhalb des Museums und eines wertfreien Austauschs mit Kol-legInnen, Sichtbarkeit, ein Miteinander statt eines Gegeneinanderssowie die Freiheit, im Arbeitsalltag eigenständiger denken zu können.
In den Gesprächen äußerten und reflektierten die Interview-partnerInnen, womit sie nicht einverstanden sind und was sie gerneändern möchten. Frigga Haug plädiert dafür, zunächst die„ Produk-tionsverhältnisse“ der eigenen Tätigkeit in Frage zu stellen. Erstwenn diese erkannt werden, kann ein Wandel stattfinden kann.41Gestaltung von Welt, so Haug, werde nicht aus dem„ Standpunktder Sieger", sondern aus dem„ Standpunkt der Unterdrückten“ her-aus möglich. Die Veränderung von bestehenden Verhältnissen setztjedoch voraus,„ dass die einzelnen sich als Teil dieser Verhältnissewahrnehmen und erkennen“.42
41 Vgl. Beate Hausbichler: Frigga Haug,„ Feminismus muss eine Visionhaben“. Interview in die Standard.at, 8.3.2018, https: // derstandard.at/ 2000075534312/ Frigga- Haug- Feminismus- muss- eine- Vision- haben
( Zugriff: 10.5.2018).
42 Haug( wie Anm. 37), S. 59.