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ÖZV, LXXIII/ 122, 2019, Heft 1
mittlungs- Teams. Darin beschreibt sie den Prozess der Anstellungder KulturvermittlerInnen im Technischen Museum Wien 2010 undstellt das Anstellungsverhältnis sowie die dadurch notwendige Neu-organisation der Abteilung dar.23
Eine Anstellung sei insofern aber auch mit Vorsicht zubetrachten, da sie in manchen Institutionen auch Einschränkungennach sich ziehe. Dies veranschaulicht folgendes Beispiel:
Marianne Guarino- Huet und Olivier Desvoignes, die seit2005 unter dem Namen„ microsillons“ an der Schnittstelle zwi-schen Kunst und Vermittlung zusammenarbeiten, haben zahlreicheKunstvermittlungsprojekte am Centre d'Art Contemporain Genèveentwickelt. Nach drei Jahren wurden sie schließlich angestellt undbegründeten am Centre eine zuvor noch nicht vorhandene Kunst-vermittlungsabteilung. Sie verstehen Vermittlung als einen Weg,neben dem„, institutionellen Diskurs einen selbstständigen Diskurs“zu etablieren. Allerdings, so schreiben sie, solle man nicht zu naivsein diese Autonomie habe Grenzen: Weder dulde die Institutionfrontale Kritik, noch könne der Diskurs der KuratorInnen in Fragegestellt werden. Wenn man als KunstvermittlerIn in einer Institutionarbeitet, würden diese Grenzen stillschweigend akzeptiert. Um sichmethodisch und inhaltlich im Rahmen der eigenen Tätigkeit weiter-zuentwickeln, stellen microsillons für ihre Vermittlungspraxis fest,sei es notwendig, Forschung und Praxis zu verbinden und dabei sichständig selbst zu überprüfen und zu adaptieren.24
Die Forderung nach einer veränderten Position der Vermitt-lung wirft Fragen innerhalb der Institution und meist auch bei denMitarbeitenden selbst auf. Was bedeutet es konkret, mehr Mitspra-che in der Institution zu haben? Was ist der Wert von Kulturvermitt-lung, was ihre Aufgabe und ihre Bereicherung für die Institution?Wofür braucht eine Institution VermittlerInnen und was können sieeinbringen, wofür andere Akteure im Museum nicht zuständig sind?
23 Vgl. Wencke Maderbacher: Kulturfairmitteln. Praxishandbuch Anstel-lung eines Kulturvermittlungs- Teams. Wien 2015, S. 13–25.
24 Vgl. Helen Baumann, Lea Fröhlicher, microsillons: The Revolution willnot be televised. Amateurvideos von 8mm bis 2.0. In: Carmen Mörsch,Bernadette Settele( Hg.): Kunstvermittlung in Transformation. Perspek-tiven und Ergebnisse eines Forschungsprojekts. Zürich 2012, S. 128–142,hier S. 128-129.