Raffaela Sulzner, Kunst- und Kulturvermittlung
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nissen" handlungsaktivierend wirken kann. Sie weisen darauf hin,dass„ objektivierte prekäre Arbeits- und Lebensformen aus derErfahrungsperspektive der Akteure überhaupt nicht als prekär, son-dern vielmehr als Möglichkeitsraum für freigesetztes Kreativitäts-potenzial verstanden werden“. 20 Diese dadurch entstehende Form derSelbstregulierung birgt eine Ambivalenz in sich, die sich zwischenAbhängigkeit und Selbstständigkeit manifestiert.
Die Kunst- und KulturvermittlerInnen einer Institution ste-hen meist in keinem gänzlich freien Dienstverhältnis. Eine freie Mit-arbeit würde voraussetzen, dass sowohl die Inhalte und der Zeitpunktder Vermittlung als auch die Art und Weise der Durchführung vonden VermittlerInnen selbst gewählt werden können. Die Mitarbeitin einer Abteilung für Kunst- und Kulturvermittlung bringt real aberviele Abhängigkeiten mit sich. Inhalte und Workshop- Abläufe sindhäufig von der Institution vorgegeben. Die Zeiteinteilung ist nurbedingt flexibel, wenn man sich an die vorgegebenen Zeiten haltenmuss. Diese Form der Scheinselbstständigkeit birgt gewisse Konflikt-momente, die sich aus der durch das Arbeitsverhältnis eingegangenenAbhängigkeit zwischen KulturvermittlerIn und Museum ergeben. Istes zum einen Auftrag der freien MitarbeiterInnen, die an sie heran-getragenen Inhalte und Methoden zu vermitteln, besitzen sie zumanderen„ weder Aussicht auf Eingliederung in den Museumsbetriebnoch auf Gleichstellung mit dem wissenschaftlichen Personal oderMöglichkeiten zur Einflussnahme auf die übrigen Bereiche des Hau-ses".21 Eine Anstellung im Bereich der Kulturvermittlung führe hin-gegen, so argumentiert Carmen Mörsch,„ in vielen Fällen zu einemQualitätszuwachs der Vermittlung, da auf Basis von mehr Zeit- undGeldressourcen bessere Arbeit geleistet werden kann“.²²
Wie eine museumsinterne Anstellung der VermittlerInnenaussehen könnte, zeigt die Kulturvermittlerin Wencke Maderbacher.Als stellvertretende Abteilungsleiterin der Wissensvermittlung amTechnischen Museum Wien entwickelte sie das PraxishandbuchKulturfairmitteln, eine Anleitung zur Anstellung eines Kulturver-
20 Ebd., S. 16.
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21
Spanier( wie Anm. 1), S. 51.
22 Carmen Mörsch: Zeit für Vermittlung. Eine Online- Publikation zurKulturvermittlung. Zürich 2013, http://www.kultur-vermittlung.ch/zeit- fuer- vermittlung/ v1/? m= 7& m2= 2& lang= d( Zugriff: 14.4.2018).