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ÖZV, LXXIII/ 122, 2019, Heft 1
Meine Berufserfahrung als Kulturvermittlerin sowie meinaktives Engagement für die Verbesserung der Arbeitsbedingungenvon Kunst- und KulturvermittlerInnen führten mich zu der Aus-einandersetzung mit der Diskrepanz zwischen hoher Bedeutung undgeringer Wertschätzung jener MitarbeiterInnen im Museum. Sie bil-det Ausgangslage und Antrieb der im Rahmen des Masterlehrgangsfür Ausstellungstheorie und-praxis an der Universität für ange-wandte Kunst Wien verfassten Masterthesis Über Kunst- und Kultur-vermittlung sprechen. Ein Berufsfeld zwischen Prekarität und Kreativität.²
Den theoretischen Rahmen bilden Positionen aus der kri-tischen Kunst- und Kulturvermittlung sowie der Prekaritäts- undKreativitätsforschung. Eine methodisch- analytische Annäherung auseuropäisch- ethnologischer Perspektive auf das Feld ermöglicht es, denBlick auf die alltägliche Erfahrung prekärer Arbeitsbedingungen vonBetroffenen zu werfen. Es geht darum, zu verstehen, wie elf befragteKunst- und KulturvermittlerInnen in Österreich und Deutschlandihre beruflichen Situationen wahrnehmen und wie sie sich innerhalbder Institution Museum positionieren. Wie beschreiben die Vermitt-lerInnen ihren Arbeitsalltag? Was trägt, wenn nicht die Position undAnerkennung der Arbeit, zu einer Selbstvergewisserung der eigenenPerson bzw. der Arbeit bei? Mein Interesse gilt dem„ akteurspezifi-schen Handeln und Deuten“, ³ dem Sprechen über Kunst- und Kultur-vermittlung. Der Blick auf persönliche Sichtweisen, Erfahrungen,Meinungen und Einschätzungen soll in der Analyse ermöglichen,eigensinnige, möglicherweise auch widerständige Handlungsstra-tegien und Positionierungen sichtbar zu machen und nicht nur dieHeteronomien des Arbeitsverhältnisses zu reproduzieren.*
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Vgl. Raffaela Sulzner: Über Kunst- und Kulturvermittlung sprechen. EinBerufsfeld zwischen Prekarität und Kreativität. Unveröff. Masterthesis,Wien 2018. Ziel und Anforderung der Masterthesis war es, ein Themainnerhalb des breiten Feldes der Ausstellungstheorie und-praxis zuwählen und sich diesem mithilfe einer wissenschaftlichen Fragestellung,eines Methoden- und Theoriegerüsts kritisch anzunähern. Neben derAktualität und Relevanz des gewählten Themas war gefordert, die eigenePosition innerhalb des Feldes zu reflektieren und sichtbar zu machen.Esther Gajek: Lernen vom Feld. In: Christine Bischoff, Karoline Oehme-Jüngling, Walter Leimgruber( Hg.): Methoden der Kulturanthropologie.Bern 2014, S. 53-70, hier S. 69.
4 Vgl. Ove Sutter: Erzählte Prekarität. Autobiographische Verhandlungenimmaterieller Arbeit. Dissertation, Wien 2012, S. 103. Im dargestellten