Raffaela Sulzner
Kunst- und Kulturvermittlung.Zur Positionierung eines Arbeitsfeldesim Museum
Kaum ein Thema scheint die Geschichte der Kunst- und Kulturver-mittlung länger zu begleiten als die Diskussion um ihre Arbeitsbe-dingungen und Vertragsverhältnisse in Museen. Seit der Etablierungvon Vermittlungsabteilungen in den 1990er Jahren setzen sich selbst-ständige und angestellte VermittlerInnen für die Anerkennung undVerbesserung des Berufsfeldes ein. Nach wie vor haben sie meist einemarginalisierte Position innerhalb der Institution, verfügen oft überkein oder nur wenig Mitspracherecht in der inhaltlichen Gestaltungdes Programms und arbeiten häufig unter unsicheren Arbeitsbedin-gungen und mit geringem Honorar. Oftmals aufgrund ökonomischerInteressen, nimmt die öffentliche Präsenz der Kunst- und Kultur-vermittlung zu, hat bisher aber kaum zu einer Verbesserung derbestehenden Verhältnisse beigetragen. Im Gegenteil, so vermerkt dieKunsthistorikerin Lisa Spanier, zeigt sich, dass,„ während Ansehenund Wichtigkeit der Bildungsarbeit offenkundig gewachsen sind,[...]sich die berufliche Situation des Vermittlungspersonals indessen ver-schlechtert zu haben[ scheint]."
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Lisa Spanier: Kunst- und Kulturvermittlung im Museum. Historie-Bestandsaufnahmen- Perspektiven. Düsseldorf 2014, S. 50. StatistischeAufzeichnungen über die Angestelltenverhältnisse von VermittlerInnengibt es kaum. Einen groben Einblick in die personelle Entwicklung inDeutschland liefern statistische Erhebungen des Berliner Instituts fürMuseumsforschung, das zwischen 1987 und 2007 vier Erhebungen zu denAktivitäten und dem Personalstand der Museumspädagogik in deutschenMuseen durchgeführt hat. Vgl. Institut für Museumsforschung: Mittei-lungen und Berichte aus dem Institut für Museumsforschung, https: //www.smb.museum/museen-und-einrichtungen/institut-fuer-museums-forschung/ forschung/ publikationen/ mitteilungen- und- berichte- aus- dem-institut- fuer- museumsforschung.html( Zugriff: 24.9.2018).