Aufsatz in einer Zeitschrift 
Optimierung bis zur Mitte : Selbstoptimierung als Konstellation und relationale Subjektivierung
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Stefan Groth

Optimierung bis zur Mitte.Selbstoptimierung als Konstellationund relationale Subjektivierung¹

Der Beitrag argumentiert für die Analyse von spezifischen Konstella-tionen der Selbstoptimierung, in denen nicht grundsätzliche Gesell-schaftsdiagnosen, sondern Akteure und ihre Deutungen im Mittelpunktstehen. Damit wird eine Perspektive auf Selbstoptimierung als Kons-tellation entwickelt, bei der relationale Kriterien wirkmächtig sind. AnBeispielen aus dem Breitensport und dem Arbeitsleben wird diskutiert,wie solche Konstellationen Orientierungen an der Mitte begünstigenkönnen. Der Beitrag zeigt auf, welche Aspekte und Faktoren in diesemZusammenhang beachtet werden müssen und wo Probleme undGrenzen des Begriffes der Selbstoptimierung liegen.

Einleitung

Der Begriff der Selbstoptimierung wird gegenwärtig in öffentlichenDebatten wie auch in den Sozial- und Kulturwissenschaften und inder Psychologie² intensiv diskutiert. Generell werden darunter Pro-zesse verstanden, in denen von Subjekten der Wunsch oder Zwangverspürt wird, sich in einzelnen Bereichen des Lebens oder insgesamt

1 Der Beitrag geht auf den Vortrag Optimierung bis zum Mittelmaẞ? Sozial-komparative Orientierungen an der Mitte aus alltagskultureller Perspektivezurück, den ich im Rahmen eines Workshops der Arbeitsgruppe Selbst-optimierung des Freiburger Institutes of Advanced Studies( FRIAS) imJuni 2018 gehalten habe. Den TeilnehmerInnen danke ich für hilfreicheKommentare.

2

Vgl. u. a. Anja Röcke:( Selbst) Optimierung. Eine soziologische Bestands-aufnahme. In: Berliner Journal für Soziologie 2( 27), 2017, S. 319-335;Vera King, Benigna Gerisch, Hartmut Rosa: Introduction:" Lost inPerfection" Ideals and Performances. In: Vera King, Benigna Gerisch,Hartmut Rosa( Hg.): Lost in Perfection. Impacts of Optimisation on