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ÖZV, LXXV/ 124, 2021, Heft 2
gerade darin, dass er verschiedenen Leser* innengruppen Interessantesbietet. Insbesondere auch angehenden Kulturarbeiter* innen, die inder Freien Theaterszene arbeiten möchten, sei das Buch empfohlen.
UTE HOLFELDER
Nicolas Jagla: Steckbriefe und Diebeslisten als Quellen derhistorischen Kleidungsforschung. Ein kritischer Vergleich
(= Veröffentlichungen zur Volkskunde und Kulturgeschichte,Bd. 108). Bamberg: 2021, 115 Seiten, 24 Grafiken und 20 Tabellen.
Es handelt sich beim vorliegenden Band um die Masterarbeit desAutors, die er selbst in den Fachbereich der historisch- archivalischenVolkskunde einreiht. Er beginnt mit einem Rückblick auf die Fach-geschichte der Bekleidungsforschung vom 19. Jahrhundert bis heute.Insbesondere die volkskundliche bzw. europäisch- ethnologischeBekleidungsforschung und die Quellen der Bekleidungsgeschichtewerden von ihm vorgestellt. Er geht auf den„ Antagonismus zwi-schen Mode und Tracht“( S. 7) im deutschen Sprachraum ein undbeleuchtet die daraus resultierende, teilweise bis heute andauerndeTrennung von Mode- und Trachtenforschung sowie der unterschied-lichen Disziplinen, die sich mit historischer Kleidung beschäftigen.Die Gegensätzlichkeit von Mode und Tracht wird damit erklärt,dass sich in der Vergangenheit vor allem Kunsthistoriker* innen oderVolkskundler* innen mit Bekleidungsgeschichte auseinandersetztenund somit unterschiedliche soziale Umfelder untersuchten sowie mitden„ divergierenden Selbstverständnissen der beiden Fächer“( S. 7).
Die Quellen zur vestimentären Kulturgeschichte unterteiltJagla in die klassischen Kategorien Sach-, Bild- und Schriftquellen.Neben den Eigenschafen der jeweiligen Quellenart thematisiert erQuellenlage und Quellenkritik.
Schließlich wendet sich der Autor seinem eigentlichen Themazu und gibt zunächst einen kurzen Überblick über die Verwendungvon Steckbriefen und Diebes- bzw. Gaunerlisten beides frühneu-zeitliche Werkzeuge der amtlichen Strafverfolgung- als Grundlagevon Forschungen zur Kleidungsgeschichte.