Jahrgang 
124 (2021) / N.S. 75
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ÖZV, LXXV/ 124, 2021, Heft 2

Gesa Ingendahl( Hg.): Was für ein Theater. 12 Einblicke indas Theater Lindenhof. Tübingen: Tübinger Vereinigung fürVolkskunde e. V. 2021, 319 Seiten, zahlr. Abb.

Das in Melchingen auf der Schwäbischen Alb ansässige Theater Lin-denhof ist ein Freies Regionaltheater, das sich im südwestdeutschenRaum einen Namen gemacht hat. Anlässlich des 40- jährigen Beste-hens trat das Ensemble an das Tübinger Ludwig- Uhland- Institut fürEmpirische Kulturwissenschaft mit der Anfrage heran, die Geschichteund den gegenwärtigen Betrieb der sich als poetisch- kritisches Volks-theater" verstehenden Institution zu untersuchen. Die Ergebnisse desKooperationsprojektes, die zwölf Masterstudierende unter der Leitungvon Gesa Ingendahl erarbeiteten, lagen pünktlich zum Jubiläum vor.

Der stattliche Sammelband besteht aus drei Buchteilen, dievon einer Einleitung und einem Theaterstückeglossar gerahmt sind.Der erste Teil, Sprechen über..., widmet sich Perspektiven auf dasTheater Lindenhof aus Sicht der Kulturförderung sowie der Stamm-gäste und des städtischen Publikums( aus Reutlingen/ Tübingen), daseinen Großteil der Zuschauer* innenschaft ausmacht. Darauf folgt dermit dem Titel Global Player durch Spätzle mit Soẞ! versehene Teilmit Texten, die die Verortung des Provinztheaters in der Region und,, in der Welt" ausloten. Behandelt werden zunächst die Praktiken desTheaters Lindenhof, eine kritische Sicht auf Heimat und Volksthe-ater" ästhetisch erfahrbar zu machen. Darauf folgen Kapitel zur Spiel-plangestaltung, zur Verwendung von Dialekt in den Theaterstückenund zu Gastspielen und Kooperationsprojekten in der Region. Derdritte Teil des Bandes, Vorhang auf hinter den Kulissen, beinhal-tet Beiträge zu den Arbeitsbereichen im Theater Lindenhof: In denBlick genommen werden die Arbeitsfelder und Arbeitsbedingungenvon Techniker* innen, Schauspieler* innen und Gastschauspieler* in-nen. Dabei wird das Charakteristikum kleiner Theater, dass viele derBeschäftigten verschiedene Theaterberufe in sich vereinen, herausge-arbeitet. Ein weiteres Kapitel widmet sich Fragen rund um die Aus-stattung Requisiten, Kostüme und Bühnenbild.

Die in den zwölf Beiträgen gewährten Einblicke in die Thea-terarbeit stützen sich auf Interviews und teilnehmende Beobachtun-

gen. Corona- bedingt mussten Änderungen des Forschungsvorhabens