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ÖZV, LXXV/ 124, 2021, Heft 2
Berufsvorbereitung von Studierenden beitragen kann, soll oder mussund wo sie diesbezüglich an ihre Grenzen stößt.
GABRIELE ANNA BRUNNER, SOPHIA FRITZER, UTE HOLFELDER,
JANINE SCHEMMER UND JOHANNA STEINDL
Bericht zur Tagung„, Waterworlding. KulturwissenschaftlicheZugänge zu multiplen Wassern", Institut für EuropäischeEthnologie/ Kulturwissenschaft der Philipps- Universität Marburg,17. bis 19. Juni 2021
Wasser ist für unser Leben und alltägliches Handeln unerlässlich. Dieaus den vielfältigen Praktiken resultierenden Mensch- Wasser- Bezie-hungen ermöglichen neue Perspektivierungen auch aus der Europäi-schen Ethnologie. Die Tagung war, wie das junge Forschungsfeldselbst, international und interdisziplinär ausgelegt und wurde von derEuropäischen Ethnologie/ Kulturwissenschaft gerahmt, deren Quali-tät in der spezifischen Analyse von Beziehungen liegt. Der Blick aufdie„ Waterworlds“ impliziert kulturelle Praktiken, Prozesse, Infra-strukturen, Politiken, Ontologien, Ideen und Materialitäten. Somitliegt eine Auseinandersetzung mit Wasser als erschöpflicher Res-source im Kontext des Anthropozäns, des Umgangs mit„ nonhumanspecies" und glokaler Machtverhältnisse nahe. Ina Dietzsch( Univer-sität Marburg) legte in der Einleitung die Ziele der Tagung dar: dasErfassen des ethnologischen Wissensstandes zu Wasser, methodisch-ethnografische Zugänge zu„ Waterworlds" und die Bedeutung dieseswissenschaftlichen wie auch kulturellen Wissens für die Zukunft.Die Interdisziplinarität dient zur Sichtbarmachung der diversen wis-senschaftlichen Zugänge zu Wasser. Dementsprechend verweist derBegriff„ Waterworlding" auf die prozessuale, kontinuierliche unddynamische soziokulturelle Aushandlung von Wasser in Lebenswel-ten und von Wasserwelten.
Der einführende Vortrag des Ethnologen Franz Krause( Uni-versität Köln, Institut für Kultur- und Sozialanthropologie) beschäf-tigte sich mit der Dekolonisierung des Anthropozäns und anthropo-zänen Wissens im Kontext hydrosozialer Ungerechtigkeiten.„ The