Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde124 (2021) / N.S. 75Johler, Birgit; Verhovsek, Johann: „Als Kulturwissenschaftlerin hinschauen, was da passiert, ganz im Sinne von curare“ [Gespräch]

  
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„Als Kulturwissenschaftlerin hinschauen, was da passiert, ganz im Sinne von curare“ [Gespräch]
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Als Kulturwissenschaftlerin hinschauen

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wir arbeiten weiter an dieser Ausstellung. Schauen Sie wieder vorbei,es wird immer wieder neue Themen und Objekte geben. Wir habenauch nächstes Jahr ein großes Projekt vor, nämlich die Bearbeitungdes für das Volkskundemuseum besonders wichtigen Trachtensaals.

JV: Darüber wurde ja auch in den letzten Jahren schon vieldiskutiert?

BJ: Ja, der Trachtensaal war ja seit 2003 als Museum im Museumkonzipiert. Auf die BesucherInnen wirkt er allerdings eher abweisenddenn einladend. Unsere KollegInnen von der Vermittlung berichten,dass der Saal zwar für ExpertInnen aus dem Fach interessant ist,aber Einzelpersonen, Jugendlichen und Kindern vermittelt er sichschwer. Es stellt sich also die Frage, wie man diesen größten Raumdes Museums attraktiver gestalten kann. Ich komme aus der Muse-umsforschung und mich interessiert Viktor Geramb als Volkskundler,als Sammlungspersönlichkeit, als Museumsgründer und der Trach-tensaal als volkskundlicher Wissensraum. Diese Aspekte möchte ichgut nachvollziehbar in den Vordergrund rücken.

JV: Zum Begriff des Volkskundemuseums. Ist der ein Problemfür dich?

BJ: Volkskundemuseum beschreibt als Begriff einen bestimmtenMuseumstypus und setzt bestimmte Bilder in Gang. Die volkskund-liche Disziplin ist eigentlich in Museen und Vereinen entstanden, undvolkskundliche Museen waren immer eng mit Forschung und Wis-senschaft verbunden. An den Unis haben sich die Institute mittler-weile alle umbenannt, die neuen Bezeichnungen drücken das Selbst-verständnis des jeweiligen Ortes und der Ausrichtung des Faches aus.Natürlich kann man sagen, man nimmt den Begriff und füllt ihn mitneuen Zugangsweisen und Themen und Projekten und Kooperati-onen, wie es das Wiener Volkskundemuseum für sich entschiedenhat. Aber ich denke, hier in Graz gibt es bestimmte Rahmungen undStimmungen, die einen neuen Namen für das Museum rechtfertigenwürden. Zumal die Abteilung mit dem Freilichtmuseum in Stübingso etwas wie eine klassisch volkskundliche Museumswelt bereithältund es interessant sein könnte, mit dem Standort hier in Graz etwas