Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde124 (2021) / N.S. 75Johler, Birgit; Verhovsek, Johann: „Als Kulturwissenschaftlerin hinschauen, was da passiert, ganz im Sinne von curare“ [Gespräch]

  
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„Als Kulturwissenschaftlerin hinschauen, was da passiert, ganz im Sinne von curare“ [Gespräch]
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Als Kulturwissenschaftlerin hinschauen

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sehr froh über diesen Prozess, weil das GewinnerInnenteam MichaelRieper, Heidi Pretterhofer und Benedikt Haid das Verständnis vonKultur als Prozess, Gesellschaften in Veränderung am besten übersetzthat. Die Idee, alte beziehungsweise gebrauchte Vitrinen zu suchen,sie mit einem Metallgestell und mit Rollen zu versehen, hat uns über-zeugt. Da kommt auch das Prinzip der Ressourcenschonung dazu.Wir haben auch drei große Vitrinen der bisherigen Dauerausstellungübernommen, das heißt, wir entledigen uns nicht aller Spuren einerMuseumsära, die das Haus ja auch geprägt hat. Die bisherige Prä-sentation hat gut zur ästhetischen Erfahrung der Jahrtausendwendegepasst, die eine Abgeschlossenheit in der Bedeutungsgenerierungvermittelt hat. Aus heutiger Sicht hat sie sehr starr und unveränder-lich gewirkt, und das genau wollte ich mit der neuen Ausstellung nichterreichen. Dieses eher Kühle, Fixierte und Nichtbewegliche wolltenwir draußen haben und stattdessen einen hellen, freundlichen Muse-umsraum herstellen, in dem BesucherInnen miteinander in Bezie-hung treten können. Das funktioniert sehr gut, wie wir beobachtenkönnen. Und mit den Wandpaneelen haben die ArchitektInnen einSystem entwickelt, mit dem das Umhängen von Objekten relativ ein-fach ist. Andere Bereiche in der Ausstellung sind filigraner gehaltenes gibt also hoffentlich genug Abwechslung in der Art und Weise,wie Dinge präsentiert und unterschiedliche ästhetische Bedürfnissebefriedigt werden.

JV: Es gibt ja auch einige partizipative Projekte, die integriertworden sind. Wie wird man das in Zukunft halten? Hast dudie Absicht, stärker in diesen partizipativen Bereich zu gehen,also in Richtung eines Soziomuseums?

BJ: Ja, wir haben unterschiedliche Ebenen von Beteiligung entwi-ckelt, etwa im Modul Die Farbe Steiermark. Hier haben wir ein klei-nes Experiment gestartet. BesucherInnen, Objekte und Museums-café treffen auf neue Art und Weise zusammen. Nennenswert istauch das Projekt mit Jugendlichen, das gemeinsam mit dem VereinLogo Jugendmanagement, unseren KulturvermittlerInnen und mitBarbara Frischling entstanden ist, die am Kulturanthropologie- Ins-titut Graz zu Digitalität forscht. Mit den Jugendlichen zusammenist der Ausstellungsraum be connected entstanden. Für einen anderen