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ÖZV, LXXV/ 124, 2021, Heft 2
BJ: Der Istzustand ist von uns erst ausschnitthaft unter die Lupegenommen worden, wir schauen dahinter: Wie ist etwas geworden,wie haben sich Selbstbilder, Selbstrepräsentationen entwickelt? DieAusstellung wird weiter gegenwärtige gesellschaftliche Diskurse auf-greifen, aber auch bestehende Themen vertiefen. Wir verstehen dieInstitution Museum als eine Agency, die bestimmte Themen, Per-spektiven und Sichtweisen in der Gesellschaft stärken möchte. Eshaben sich internationale Zusammenschlüsse von Museen formiert,wie Museums for Future oder Museums and Sustainability. Hier ver-pflichten sich Museen, an der Erreichung der 2015 von der UNOfestgehaltenen Sustainable Development Goals mitzuarbeiten. Auchwir hier in Graz möchten da Zeichen setzen. Unter anderem möchtenwir ein grünes Museum werden, darauf arbeiten wir hin.4
JV: Nochmals zum Thema Sammeln in der Gegenwart. Dasist ja mit besonderen Problemen behaftet. Wie sammelt manin der Gegenwart, zumal es hier im Haus ja noch gar keinenBestand gab und kein Sammlungskonzept für die Gegen-wart? Wie wählt man da aus?
BJ: Gegenwart sammeln ist für Volkskundemuseen seit Jahrzehntenein Thema; wie dies geschehen soll, gilt immer noch als ungelöst.Die Praxis, die wir hier versucht haben, ist dem Projekt geschuldet.Wir haben Sammlungsaufrufe organisiert, teilweise sehr offen gehal-tene, teilweise sehr spezifische, natürlich zu Themen der Ausstellung,aber auch zum Thema Covid und Alltag. Anfangs haben wir gar nichtgewusst, wie sich das in der Ausstellung niederschlagen wird. Aberfür uns war klar, das ist so einzigartig, was uns da gerade allen wider-fährt, das müssen wir einfach versuchen, mitzunehmen. Wir sind mitVertreterinnen anderer Museen in Österreich und Deutschland imAustausch, die ebenfalls zu Corona gesammelt haben und mit denenwir sammlungstheoretische und sammlungspraktische Fragen disku-tieren. Die Sammlungstätigkeit zu Corona haben wir dokumentiert,
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Das Grazer Volkskundemuseum hat innerhalb des UniversalmuseumsJoanneum( UMJ) den Prozess für den Erwerb des ÖsterreichischenUmweltzeichens in Gang gesetzt. Im Oktober 2021 erhält es als ersteAbteilung des UMJ diese Auszeichnung.