Als Kulturwissenschaftlerin hinschauen
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übertragen. So haben wir mit den Kolleginnen im Haus eine Präsen-tationsweise entwickelt, bei der man den Eindruck hat, die Trägerinholt das Dirndl gerade aus der Reinigung, hängt es in den Schrankund zieht es morgen wieder an.
JV: Du hast deine Vorgängerin als Kuratorin im Haus, EvaKreissl, angesprochen. Sie hat in einem Interview gesagt:„ Aktualität können andere besser." Bist du auch dieserMeinung?
BJ: Also ich würde nicht sagen besser, sondern anders. Natürlichhaben Medien den Vorteil, schnell auf etwas reagieren zu können,das ist auch deren tägliches Geschäft. Aber ich finde, auch Museenund vor allem volkskundliche Museen sollen und können aktuell sein.Die Museumstätigkeit hat etwas Eingeübtes, da gibt es bestimmteSchritte, die man beachten muss, wenn in der Ausstellung etwas aktu-alisiert werden soll. Aber auch Museen und Museumspraktiken kön-nen verändert werden, und wenn es die Situation erfordert, lässt sichschnell etwas ergänzen oder austauschen. Dazu ebenfalls ein Beispiel:Wir haben eine Vitrine in der Ausstellung, die das Konzept der Men-schenrechte in der Steiermark beleuchtet und deren Entwicklung amBeispiel von AkteurInnen und deren Handlungen nachzeichnet. Eshat sich gezeigt, dass es großes Interesse von Seiten der Öffentlichkeitan dem Thema gibt, und wir sind dabei, eine Aktualisierung vorzu-nehmen. Also ja, Museen können sehr wohl aktuell sein, aber es isteine andere Art von Aktualität, als Medien sie praktizieren.
JV: Der Ausstellungstitel wie es ist soll ja vermitteln, dass es soetwas wie einen objektiven Standpunkt dazu geben könnte.Will das die Politik?
BJ: Die Politik hat sicher bestimmte Vorstellungen, wie so eine Aus-stellung sein sollte. Ich denke, natürlich erzählt man lieber von Erfol-gen als von Misserfolgen, aber es war immer die Botschaft an mich: Esgeht um eine kritische Reflexion von wie es ist. Ich habe eigentlich inder Konzipierung sehr freie Hand gehabt und hatte den Eindruck, dagibt es Interesse und Neugierde an dem, was hier entsteht, und auchFreude darüber, dass der Ort und das Museum jetzt wieder aus der