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ÖZV, LXXV/ 124, 2021, Heft 2
Die Jagdgesellschaft ward gestelltUnd freigegeben ihrer MeuteDer Hundertjährige als Beute.
Ein Nazifressen gibt's hurra!
Der Pelinka ist auch schon da,
denn glücklich konnte man entdecken,Drum Schande jenem Veteranen,denn nur für Tito- Partisanen,
für alte Kummerln, Stalinisten
und Nestbeschmutzungs- Spezialisten
singt, nach dem Willen dieser Brüder,
man hierzulande Lobeslieder." 123
Es lassen sich für die deutsch- kärntner Erinnerungspolitiken Anfangder 1990er Jahre mehrere Diskursstränge unterscheiden:
1. wir gegen die Nestbeschmutzer und Denunzianten, die imAusland unseren Ruf ruinieren;
2. wir Kärntner können unsere Angelegenheiten selbst regelnund lassen uns unseren großen Sohn' nicht, anpatzen';
3. wir vom Ausland verfolgten Österreicher;
4. der Hass auf die Intellektuellen(„ Oberlehrer" 124);
5. Steinacher als Widerstandskämpfer und angeblicher Für-sprecher der von der Deportation bedrohten Kärntner Slo-wenInnen.
Der vom Boulevard- Journalismus mitbestimmte Ton ist durch denZusammenbruch des Staatssozialismus und das sich abzeichnendeEnde der Ost- West- Blockkonfrontation, die Debatte um die EU-Integration und den seit der Waldheim- Debatte vonstattengehenden
123 Wolf Martin: In den Wind gereimt. In: Kärntner Krone, 7.7.1992, S. 2.In einem Nachruf der Kleinen Zeitung( 13.4.2012) hieß es:„ Dabei sorgteer mit seinen als rassistisch und hetzerisch verschrienen Zeilen immerwieder für Kontroversen. Mehrfach brachten sie ihm auch Verurteilungendurch den Presserat ein."
124 Peter Aistleitner: Ein Herr Oberlehrer mit einfältigem Geschichts-bild: In: Der Standard, 7.7.1992. Aistleitner war 1975-1999 Schul-
leiter der Völkermarkter Praxis- HAK( Bundeshandelsakademie undBundeshandelsschule).