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ÖZV, LXXV/ 124, 2021, Heft 1
Bericht über die Online- Tagung„ Sexualitäten sammeln.
Von Körperpraktiken, Beziehungen und grenzüberschreitendenObjekten" des Deutschen Hygiene- Museums Dresden,24. und 25. Februar 2021
Im Rahmen des vom deutschen Bundesministerium für Bildung undForschung geförderten Forschungsprojekts Dinge und Sexualität.Produktion und Konsumtion im 20. und 21. Jahrhundert, das im Ver-bund des Deutschen Hygiene- Museums Dresden mit dem Institutfür Soziologie der Technischen Universität Dresden, dem Institut fürGeschichte, Ethik und Philosophie der Medizin an der MedizinischenHochschule Hannover und dem Schwulen Museum Berlin durchge-führt wird, wurde zur internationalen( Online-) Tagung geladen. ZweiTage lang widmeten sich die Vortragenden und Teilnehmenden dermateriellen Kultur von Sexualitäten und dem( institutionalisierten)Umgang damit: Am ersten Tag stand die Sammlungsarbeit( Poten-ziale und Grenzen, Partizipation und Teilhabe sowie die Erschließungvon Sammlungen) im Fokus, während man sich am zweiten Tag ganzden Objekten zuwandte und diese hinsichtlich der SchwerpunkteOptimierung, Regulierung, Beziehung und Lust betrachtete.
Potenziale und Grenzen von Sammlungen
Die Tagung wurde mit einem Vortrag von Sophie Gerber vom Tech-nischen Museum Wien eröffnet. Sie widmete sich Sexualitätsdin-gen in technischen Sammlungen sowie deren Akquise, Dokumen-tation und Vermittlung im historischen Wandel. Durch Einblickein die praktische Sammlungsarbeit und anschauliche Beispiele wieeine Penis- Prothese, Vibratoren oder Kondom- Automaten wurdeerkennbar, dass Technikmuseen deutlich mit Sexualitäten verknüpftsind, diesem Umstand jedoch kaum Platz in den vorwiegend fort-schrittsgerichteten männlichen und heteronormativen Narrativeneingeräumt wird.
Über zwiespältige Gefühle beim Sammeln sprach Jana Wit-tenzellner vom Museum Europäischer Kulturen Berlin: Immer mehrUnternehmen sehen zwar von der Produktion von Pin- Up- Kalen-dern zu Werbezwecken ab, aber wie kann diese Veränderung anhand