Alexa Färber
Erwartungsüberschuss? Potenzialestadtbezogener Fotobücherund ihr Beitrag zur sozialenVerbindlichkeit von Fotografie
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Städtischer Alltag, Fotografie und Fotobuch- Publikationen habenetwas miteinander zu tun: Stadt ist Gegenstand von Fotografie undOrt fotografischer Praxis, das lässt sich alltäglich in Städten beob-achten. Fotografie ist Sammlungsobjekt in städtischen Museen, aberauch in administrativen Institutionen; sie ist Ausbildungsziel inVolkshochschul- oder Akademie- Programmen. Schließlich entstehenFotobuch- Publikationen aus der Kooperation von mehr und wenigerprofessionellen Akteur* innen und Öffentlichkeiten, die zwar nichtausschließlich in Städten zu finden sind; dort sind sie aber in größererVielfalt vorhanden als andernorts, was sich in Netzwerken und Infra-strukturen äußert. Doch was sind die Kräfte, die diese Facetten foto-grafischer Praxis und Objektivation zusammenbringen und-halten?Was bewegt Fotograf* innen, Fotobücher zu publizieren, und was sinddie Erwartungen an das Potenzial von Fotobüchern? Und: Wie kanneine ethnografisch- kulturanalytische Forschung diesen Fragen nach-gehen?
Diese Fragen haben sich in den langjährigen und vielfältigenKooperationen im Forschungsnetzwerk Penser l'urbain par l'image/Das Urbane mit dem Visuellen denken( PUI) herauskristallisiert.' Meine
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Für einen Überblick über die Projekte, die wir in unterschiedlichenKonstellationen seit Bestehen des Netzwerks durchgeführt haben,und die Publikationen siehe https://www.futurs-urbains.fr/groupes- transversaux/ presentation- des- groupes- transversaux/
groupe- transversal- penser- lurbain- par- limage/( Zugriff: 8.4.2021).