Aufsatz in einer Zeitschrift 
Die 10.-Oktober-Feiern in Kärnten/Koroška : ein umstrittenes Kulturerbe
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ÖZV, LXXV/ 124, 2021, Heft 1

statt.76 Im Anschluss geht es in der Stadt auf einem der zentralenPlätze weiter mit einer Feierstunde, bei der ebenfalls Repräsentan-tInnen von Seiten des Landes und der Stadt als RednerInnen auftre-ten. Gerahmt ist dieser Teil der Veranstaltung von Musikbeiträgen,Gedichtvorträgen von SchülerInnen und dem gemeinsamen Singender Landeshymne. Insbesondere zu den, runden' Jubiläumsfeiern fin-den in der Landeshauptstadt Trachtenfestzüge statt und es gibt einbreites Begleitprogramm( mit Konzerten, Theateraufführungen, Aus-stellungen), das sich über mehrere Tage erstreckt.

An diesen Gestaltungsformen fallen drei Aspekte auf, die auskulturanalytischer Sicht zentral erscheinen und im Folgenden analysiertwerden. Es handelt sich erstens um Praktiken der Besetzung und Insze-nierung des öffentlichen Raumes, zweitens um Praktiken der Integra-tion und des sozialen Ausschlusses und drittens um emotionalisierendePraktiken, die einer Erinnerungspolitik dienen, die die Deutschkärnt-ner Perspektive auf den Konflikt zu universalisieren versucht.

Besetzung und Inszenierung des öffentlichen Raums

Feste Bezugspunkte, die den Rahmen der 10.- Oktober- Feiern räum-lich abstecken, sind die lokalen Kriegerdenkmäler, die auch an diesogenannten Abwehrkämpfer erinnern, sowie die 10.- Oktober- Stra-Ben und-Plätze. Als verstetigte Erinnerungszeichen konstituierensie einen Repräsentationsraum78, der sich auf die historischen Ereig-nisse bezieht und als lokaler und regionaler Gedächtnisspeicher" 79

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Gemäß Pichler( wie Anm. 59, S. 206) findet dieser Teil der Landesfeierseit 1946 durchgängig in dieser Form statt.

In Kärnten existieren 35 Straßenbezeichnungen, die direkt auf das Plebis-zit Bezug nehmen. Vgl. Ute Holfelder: Umstrittenes Kulturerbe. Öffent-liche Erinnerungszeichen in Klagenfurt/ Celovec. In: Ute Holfelder undStudierende: Sprehod po Klagenfurtu 1920| 2020 Spaziergang durchCelovec. Erkundungen zum 10. Oktober 1920 in Klagenfurt/ Celovec.Klagenfurt/ Celovec 2020, S. 5-14, hier S. 7 f.

78 Vgl. Johanna Rolshoven: Zwischen den Dingen: der Raum. Das dynami-sche Raumverständnis der empirischen Kulturwissenschaft. In: Schwei-zerisches Archiv für Volkskunde( 108), 2012, S. 156-169 und die dortaufgeführte Literatur.

79 Birgit Nemec: Das Um- Schreiben urbaner Topographien- Gedächtnis-politik durch Straßenumbenennungen, Wien 1910–1920. In: LindaErker, Alexander Salzmann, Lucile Dreidemy, Klaudija Sabo( Hg.):Update! Perspektiven der Zeitgeschichte. Wien 2012, S. 672-680, hierS. 672.