Ute Holfelder, Die 10.- Oktober- Feiern in Kärnten/ Koroška
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oder von der Freiwilligen Feuerwehr in Zusammenarbeit mit denKommunen getragen werden. Einbezogen sind zudem die Volks-schulen.73
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Folgender Ablauf der Feiern kristallisierte sich sowohl in denstädtisch geprägten Orten 74 als auch in den ländlichen Gemeindenals idealtypisch heraus: 75 Die lokale Bevölkerung, vor allem Fami-lien mit Kindern und Großeltern sowie die VolksschülerInnen mitder Klassenlehrerin, trifft sich am Vorabend des 10. Oktobers in derDämmerung am über die Medien kommunizierten bzw. in den Ort-schaften bekannten„ Sammelplatz“. Dort werden langstielige Kerzen(„ Fackeln") ausgegeben zumeist von der Feuerwehr. Gemeinsambegibt man sich nun in einem Fackelzug, angeführt von der Frei-willigen Feuerwehr, dem KAB und einer Blasmusikkapelle, zum ört-lichen Kriegerdenkmal. Vorzugsweise verläuft die Route durch die10.- Oktober- Straße der Gemeinde, nicht wenige Häuser sind mitder Kärntner Fahne beflaggt und Schaufenster der Ladenlokale mitpopulären Propaganda- Druckgrafiken des Urnengangs von 1920 undanderen Erinnerungsobjekten ausstaffiert. An Berghängen werdenHöhenfeuer entzündet. Beim Kriegerdenkmal angekommen, geden-ken die TeilnehmerInnen der Toten des Grenzkonfliktes von 1919/20in Form von Ansprachen, Rede- und Musikbeiträgen sowie mit einerKranzniederlegung.
Am eigentlichen Landesfeiertag, dem 10. Oktober, findet dasTotengedenken in der Landeshauptstadt auf dem ZentralfriedhofAnnabichl unter Mitwirkung und im Beisein der höchsten Reprä-sentantInnen des Landes aus Politik, Wirtschaft, Kirche und Gesell-schaft sowie Bürgerinnen und Bürgern mit militärischem Zeremoniell
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Über die Schulkinder werden auch deren Eltern, Geschwister undGroßeltern eingebunden. Dies soll ein möglichst generationenüber-greifendes Erscheinungsbild erzeugen. Es ist aber auch mit der Absichtder Weitergabe der hegemonialen Erzählung der Landesgeschichteverbunden. Vgl. Eva Hartmann, Tatjana Merva: Der 10. Oktober anKärntens Volksschulen. In: Nadja Danglmaier, Eva Hartmann, DanielWutti( Hg.): Erinnerungskulturen im Grenzraum. Spominske kulturev obmejnem območju. Klagenfurt/ Celovec 2020, S. 61-105.Völkermarkt, Ferlach, Bad Eisenkappel.
Die Feiern in der Landeshauptstadt weichen hiervon etwas ab. Insbeson-dere werden dort mittlerweile keine Fackelzüge mehr durchgeführt undes ist vereinzelt auch die slowenische Sprache zu hören.