Jahrgang 
124 (2021) / N.S. 75
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Editorial Heft 1/2021

Das Jahr 2021 beginnt, wie das Jahr 2020 geendet hat. Auch wir alsRedaktion müssen uns mit den Bedingungen der Corona- Pandemiearrangieren und lernen, neue Wege des Austauschs und der Zusam-menarbeit zu finden: Dies gilt für die Arbeit an der Zeitschrift wie füralle anderen Lebens- und Arbeitsbereiche des ÖZV- Teams sowie derAutorinnen und Autoren. So legt auch dieses Heft einmal mehr Zeug-nis darüber ab, wie sich die Kommunikation, die Organisation unddas Publizieren verändern. Wie nachhaltig diese Veränderungen sind,werden wir noch herausfinden; dass sich aber bereits jetzt gewisseRoutinen in den( Online-) Abläufen eingestellt haben, ist gewiss.

Nein, dies ist kein Corona- Heft. Und: Ja, das ist ein Corona-Heft. Schließlich schlagen sich beinahe in allen Beiträgen- explizitoder implizit Auswirkungen und Bezüge nieder. Am offensicht-lichsten ist das in den beiden Mitteilungen von Anna Weichselbraunund Katharina Eisch- Angus. Beide haben für diese Rubrik der ÖZVeine freie Form des Ethnografierens gefunden, um den gesellschaft-lichen wie wissenschaftlichen Impact der Pandemie nachzuzeichnen.Dieser Form des Darstellens möchten wir in Zukunft in den Mittei-lungen mehr Platz geben, so wie wir es ja bereits seit einiger Zeit inden Interviews mit Vertreter* innen von Museen tun.

Die Auswirkungen von Corona zeigen sich auch in denBerichtsteilen dieses Heftes: Der Jahresbericht des Vereins und Muse-ums für Volkskunde führt vor Augen, wie oft und wie lange Museen2020 geschlossen hatten. Dass dies in einen essentiellen Bereich unse-res Faches, das Ausstellen, das Zugänglich- und Sichtbarmachen vonInhalten und teilweise jahrelanger Forschungs- und Gestaltungsarbeitmassiv eingreift, sieht man derzeit allerorts. Dies betraf auch das neukonzipierte Volkskundemuseum in Graz, welches im April mit einembloẞ online übertragenen, aber nicht öffentlich zugänglichen Festakteröffnet wurde. Die neue Dauerausstellung fand vor Ort wie auchallgemein viel Interesse und großen Anklang, wenngleich auch hierder Besuch durch die Corona- Maßnahmen noch eingeschränkt war.

In den Berichten zu Tagungen und Workshops wird ebenfallsdeutlich, dass sich wissenschaftlicher Austausch derzeit- mit vielen