Jahrgang 
112 (2009) / N.S. 63
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494 Österreichische Zeitschrift für Volkskunde

LXIII/ 112, 2009, Heft 4

lung unter dem Motto» Erb.Gut«< lässt sich die Geschichte des Sammelnsfür das Museum anhand von Objekten der Hausindustrie, Möbeln,Hausmodellen etc. ablesen. In diesem Bereich ist auch Platz für die muse-umspädagogischen Programme. Einen Höhepunkt des Museums bildenweiterhin die 1928/29 eingebauten Stuben der Gotik, der Renaissanceund des Barocks aus adeligen, bürgerlichen und bäuerlichen Wohngebäu-den, ergänzt durch Hörspiele, die einen besseren Einblick in das Lebenin den Stuben bieten. In den anschließenden Schauräumen spiegeln aus-gestellte Krippen deren Entwicklung in Tirol vom 18. bis zum späten 20.Jahrhundert wider. Im Bereich des Besucher- Service bieten audiovisuel-le» Museumsguides«< in Deutsch, Englisch und Italienisch Informatio-nen, Erzählungen und Musik zu den präsentierten Objekten. Eine ersteAnalyse der BesucherInnen- Entwicklung nach der Neuaufstellung zeigteinen erfreulichen Anstieg der» Einheimischen«< wozu vom Museum

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bewusst Nord-, Ost- und Südtiroler gezählt werden.

Im Anschluss an die Vorträge folgte die Generalversammlung vonICOM Österreich sowie das Kabarettprogramm» Zur Lage der( Mu-seums) Nation<< von Lainer& Linhart. Der Empfang des Landes Ober-österreich konnte wohl aufgrund der knapp vorangegangenen Wahl nochnicht von einem Mitglied der neuen Landesregierung eröffnet werden.

Der Vormittag des zweiten Tages stand unter dem naheliegendenMotto»> Kulturhauptstädte, Museen& Tourismus« und wurde von Mar-tin Heller, dem Intendanten von Linzog eröffnet. Er bezeichnete die Kul-turhauptstadt Linz 2009 als Stadtentwicklungsprojekt unter kulturellenVorzeichen, an das er mit Fragen wie» Welches Bild hat Linz von sich?Mit welchen Identitäten lebt diese Stadt?«< herangegangen ist. Heller sahseine Aufgabe als Intendant darin, diese Identitäten zu prüfen und zu hin-terfragen, d.h. die diesbezüglich vorhandenen Teilblindheiten, also Lük-ken und Fehlstellen städtischer und regionaler Selbst- wie Fremdwahr-nehmungen, sichtbar und bewusst zu machen. Dem knappen Zeitbudgetdes Vortrags entsprechend sehr verkürzt dargestellt, brachte er die LinzerSelbstdarstellung» von der Industrie- zur Kulturstadt«< auf die Formel>> Industrie+ Kultur+ Natur« und nannte einige Beispiele, wo sich Linzbereits durch den Kulturhauptstadt- Status verändert hatte, aber auch dieProblematik, die Nachhaltigkeit dererlei Projekte zu ermöglichen.

Der nächste Vortragende, Prof. Dr. Willi Xylander, berichtete rhe-torisch hervorragend und dazu sehr unterhaltsam von der Kulturhaupt-stadtbewerbung der in einen deutschen und einen polnischen Teil geteil-ten Stadt Görlitz/ Zgorzelec» Erfahrungen des Zweiten Siegers<<. Nach