>> Der zwölfte Mann<<
Die Europäische Ethnologieim Feld der Fußballfans*
Brigitta Schmidt- Lauber
Fußball ist ein etabliertes Phänomen populärer Alltagskul-tur, ein weltweit beliebter Sport. Der Beitrag widmet sichdem Ballfieber als exemplarischem Forschungsfeld der Eu-ropäischen Ethnologie und zeigt an ausgewählten Aspek-ten aus dem Feld der Fußballfankultur disziplinäre Per-spektiven und Zugänge der Alltagskulturwissenschaft auf.Der Fokus richtet sich dabei besonders auf die Deutungdes Geschehens im Stadion sowie auf die unmittelbareTeilhabe und Erfahrung der Zuschauenden. Darüber wirdFußball als zutiefst bedeutsames Spiel und als aussagekräf-tiger gesellschaftlicher Mikrokosmos verständlich.
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Er ist>> die schönste Nebensache«<' der Welt auch der Fußball bekommtdiesen Titel öfters zugeschrieben. Fußball ist eine der beliebtesten Sport-arten und als solche eine» weltweite Leidenschaft« ², ein geradezu>> he-gemoniales<< Spiel.³ Sowohl passiv vor dem Bildschirm als auch aktiv auf
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Ich widme diesen Text meinem Vater, der kein Fußballfan war, aber viel Sinn undVerständnis für die Fragen und Zugänge meiner Disziplin( auch zum Feld der Fuß-ballfans) zeigte. Er hat die Entstehung dieses Textes bis zuletzt begleitet. Der Beitragbasiert auf einem Vortrag, den ich am 23. Juni 2008 am Institut für EuropäischeEthnologie der Universität Wien gehalten habe.
Vgl. u.a. Hermann Bausinger: Die schönste Nebensache- Etappen der Sportbegeis-terung, in: Ommo Gruppe( Hg.): Kulturgut oder Körperkultur? Sport und Sportwis-senschaft im Wandel. Tübingen 1990, S. 3-21.
Christian Bromberger: Fußball als Weltsicht und als Ritual, in: Andréa Belliger, Da-vid J. Krieger( Hg.): Ritualtheorien. Ein einführendes Handbuch. Wiesbaden 1998,S. 285-301, hier S. 285.
Michael Fanizadeh, Gerald Hödl, Wolfram Manzenreiter: Global Players. Kultur,Ökonomie und Politik des Fußballs. Frankfurt/ Main 2005, S. 9.