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112 (2009) / N.S. 63
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neuerDings

handelt sich um ein teilweise beschädigtes Stück mit einer Länge von115 cm und einer Breite von 10 cm. An der Vorderseite waren ursprüng-lich 34 messinggefasste Karneole in drei Reihen montiert. Ein Stein fehltseitlich am Übergang zum Messingplattenbesatz des Gürtels. Der größteStein ist in der Mitte der Vorderseite angebracht, sodass sich eine Sym-metrie im Steinbesatz ergibt. Die gefassten Karneole nehmen etwa einDrittel der Länge des Gürtels ein, der Rest ist mit gelochten und zise-lierten Messingquadraten, die mit Blumenmotiven versehen sind, belegt.Diese Messingplatten sind oberhalb und unterhalb von dreireihig ange-brachten Ziernieten umrahmt.( Abb. 2)

Mit diesem Neuzugang kam Bewegung in die museale Karriere derLedergürtel. In Wien wurde ein Wohnsitz aufgelassen, der Besitzer desObjekts konnte oder wollte für das übliche Übernahmeprotokoll zu-nächst keine näheren Angaben machen außer den in der Familie tra-dierten Satz:» Jeder Stein zählt für einen umgebrachten Türken«. 6 Nunwar es an der Zeit für eine Nachrecherche.

Die Schriftstellerin, Sammlerin und Malerin Natalie Bruck- Auffen-berg( 1854-1918) 7 publizierte 1911 im Kunstverlag Anton Schroll eineSammlung dalmatinischer Muster und Kunsttechniken.8 Dort ist ein sol-cher Gürtel abgebildet. Die Bildunterschrift» Frauengürtel« verdeutlichteine weibliche und damit eine völlig neue Verwendungszuschreibung.

Petar Namičev, Kurator am Mazedonischen Museum in Skopje,bezeichnet das Objekt auf Nachfrage als typischen montenegrinischenBraut und Zeremonialschmuck aus dem 18. bzw. 19. Jahrhundert undverweist auf ähnliche Stücke in Serbien.º

Als diese Information dem ehemaligen Eigentümer des nunmehrigenFrauengürtels zur Kenntnis weitergeleitet wurde, lieferte er- offensicht-lich interessiert und ermutigt seine erweiterte Objektgeschichte:

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wie Anm. 1.

zu Bruck- Auffenberg siehe u.a.: Vesna Zorić: Povijest Čiparske skole u Pagu, in:Etnografski muzej Zagreb( Hg.): Paška čipka. Lace from the Island of Pag.( Ausstel-lungskatalog), Zagreb 1995, S. 23f. und Adolf Mais: Sonderausstellung» Alte Volks-kunst aus Dalmatien- Sammlung Natalie Bruck- Auffenberg«, in: Rudolf Vogel( Hg.): Die Volkskultur der südosteuropäischen Völker.(= Veröffentlichungen derSüdosteuropa- Gesellschaft. Südosteuropa- Jahrbuch, 6). München 1962, S. 140ff.8 Natalie Bruck- Auffenberg: Dalmatien und seine Volkskunst. Wien, Anton Schroll,1911, Tafel X sowie weiterer Text S. 62.

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Herkunftsakten des ÖMV zu Inv.Nr. 83.363: eine beigelegte Nachricht von PetarNamičev, Skopje.

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