Aufsatz in einer Zeitschrift 
Kultur-Bewegungen : Multilokalität als Lebensweise in der Spätmoderne
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Johanna Rolshoven, Kultur- Bewegungen

Wasser in Seeland verbringt? 14 Ohne die Abschlussarbeiten im Fachwüssten wir noch weniger über die populären volkskulturellen Freizeit-wohnformen.

Eine Fülle von noch unbekannteren Formen lassen sich dem hinzu-fügen. Kennen Sie die vielseitigen Nutzungsformen jener Holzchalets,die weder Bauplan, Baugenehmigung noch Meldeschein benötigen undals Bausatz aus dem Baumarkt oder per Internet- Bestellung zu Ihnenkommen? Ist Ihnen die derzeit große Nachfrage nach Baumhäusern, nach>> Roulottes<< 15, überhaupt nach mobiler Architektur aufgefallen? 16 KennenSie die Transformationsprozesse in städtischen Kleingartensiedlungen,die sich vermehrter Beliebtheit erfreuen und zum Teil gentrifizieren?Wussten Sie, dass Sie mobile Wohncontainer erwerben können, die inden von Raum- und Wohnungsnot gekennzeichneten großen Städtenmit einem Hubschrauber von Dach zu Dach, von Stadt zu Stadt umgezo-gen werden können?

Was an dem Bild der Ständepyramide in der Tat zutrifft, ist diesozialstrukturelle Breite des Phänomens, das quer durch alle Schichtenverläuft. Doch weder diese Breite noch die Größenordnung scheinen inden nationalen Statistiken auf. 17 1995 schrieb die französische Ethnologin

14 Zum Beispiel der Hausboote sei hier z. B. hingewiesen auf die Lizentiatsarbeit desKollegen Ole Rud Nielsen: Flugten til Tisvilde. Lokale mønstre i dansk fritidshusliv.Turku 1993.

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Roulottes sind>> authentieke woonwagens«,» Zigeunerwagen Glossar ::: zum Glossareintrag  Zigeunerwagen«<, Zirkuswagen, ausge-baute Planwagen u.a.m., die den Traum eines ungebundenen Umherziehens und ein-fachen, unbelasteten Lebens evozieren. Seit einiger Zeit werden Einzelexemplare inHandfertigung zu Höchstpreisen angeboten. Vgl. unter vielen weiteren Angebotenhttp://www.roulereve.com/DEindex.html( aufgerufen am 29.7.2009).

In Architekturzeitschriften wie» Ideales Heim«,» Casa Guide«,»> hochparterre<<,>> Archi-these«<,>> Kunst und Architektur«,» Wohnen« u.a.m., die ich zwischen 2005 und 2007regelmäßig auf Zweithausentwürfe hin durchgesehen habe, finden sich zahlreiche Bei-spiele. Vgl. auch den Band von Véronique Willemin: Maison Mobiles. Paris 2004.Die Soziologin Gabriele Sturm hat Impulse aus unserer Beschäftigung mit Multilo-kalität im Rahmen eines deutsch- schweizerisch- österreichischen Projektverbundes indie städtische Raumbeobachtung am Bundesamt für Raumordnung und Bauwesen( Bonn) aufgenommen. Vgl. http://www.bbr.bund.de/cln_015/nn_23688/Shared-Docs/ Glossar Entry/ B/ bevoelkerungnebenwohnsitz__IRB.html( aufgerufen am29.7.2009) sowie Gabriele Sturm, Katrin Meyer: Was können Melderegister deut-scher Großstädte zur Analyse residentieller Multilokalität beitragen?, in: Informati-onen zur Raumentwicklung, 1-2, 2009: Multilokales Wohnen. Hg. Gabriele Sturm,Christine Weiske, S. 15-29.

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