Aufsatz in einer Zeitschrift 
Kultur-Bewegungen : Multilokalität als Lebensweise in der Spätmoderne
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Kultur- Bewegungen¹

Multilokalität als Lebensweisein der Spätmoderne

Johanna Rolshoven

Der Beitrag Kultur- Bewegungen sucht im Rahmen der in-ternationalen Mobilities- Studies Anschluss an facheigenekulturwissenschaftliche Ansätze, die den Zusammenhangzwischen Kultur und Bewegung erhellen. Der frisch ein-geläutete Mobility- Turn( John Urry) lenkt die Aufmerk-samkeit vom bisherigen Primat der verkehrswissenschaft-lichen Mobilitätsforschung hin zu einer grundsätzlichenAuseinandersetzung( vor allem) der Sozialwissenschaftenmit den gesellschaftlichen Herausforderungen einer zu-nehmenden Mobilität. Im Fokus eines kulturwissenschaft-lich motivierten Ansatzes steht der mobile Mensch undseine kulturbildende Leistung, das Spannungsverhältnisvon Bleiben und Gehen alltäglich zu meistern. Diese vonder Autorin als Multilokalität bezeichnete Lebensweise de-finiert sie vor dem Hintergrund lebensweltlicher Empirienals Kulturelle Mobilität.

Heute, in der späten Moderne, üben sich die Menschen in neuen Kultur-techniken, deren bestimmendes Moment die Bewegung ist. Sie erlaubenes ihnen, ihr Alltagsleben zwischen Bewegung und Bleiben zu arrangie-

1 Diesem Beitrag liegt die mündliche Fassung meines Grazer Berufungsvortrages imJanuar 2008 zugrunde. Teile davon finden sich publiziert in Johanna Rolshoven:Mobile Culture Studies- Kulturwissenschaftliche Mobilitätsforschung als Beitragzu einer bewegungsorientierten Ethnographie der Gegenwart, in: Thomas Hengart-ner, Sonja Windmüller( Hg.): Kultur- Forschung. Zum Profil einer volkskundlichenKulturwissenschaft. Berlin 2009, in Druck; sowie in: Dies.: Mobile Culture Studies:Reflecting moving culture and cultural movements, in: Pekka Leimu et al.( eds.): TheRole and Visions of Ethnology in the 21st Century. Turku 2009( forthcoming).