Chronik der Volkskunde
Sie erfahren, welche Vielfalt an natürlichen Ressourcen es in den Bun-desländern ausreichend gab( und zum Teil noch immer gibt) etwa zumHäuserbauen oder zum Herstellen von Alltagsobjekten. Sie entdeckenObjekte, die mit österreichischen Brauchhandlungen/ Bräuchen/ Festenin Verbindung stehen, wie Ostereier und Gebildbrote. Sie lesen über ih-nen vertraute Hausarbeiten, die auch in Österreich von Männern undFrauen erledigt wurden( Lagerung von Lebensmitteln, Einrichtung desWohnraums) und notieren, aus welchen Bundesländern bestimmte Ob-jekte sind.
Das konzipierte Programm zur Landeskunde Österreichs aus dervolkskundlich/ alltagshistorischen Perspektive eignet sich für Männerund Frauen aus Deutschkursen mit bereits fortgeschrittenen Deutsch-kenntnissen. Falls sie sich womöglich gerade auf ihre Einbürgerung vor-bereiten, kann ihnen ein Museumsbesuch beim Erlernen der Prüfungs-fragen helfen( im Rahmen ihrer Staatsbürgerschaftsprüfung müssen sieeine Geschichte und Demokratieprüfung ablegen). Dieses Vermitt-lungsangebot ist jedoch auch für die Gruppe der ausländischen Studie-renden von den Universitäts- und Fachhochschulkursen interessant, dieebenfalls landeskundliche Prüfungen zu absolvieren haben. Sie erfahrenhier beispielsweise mehr über das Symbol» Doppeladler«, wie dominantdieses im Alltag- vor allem als Dekoration für verschiedenste Dinge-in den Haushalten breiter Bevölkerungsschichten im gesamten Gebietder Monarchie war. Sie entdecken Darstellungen von österreichischenKaisern auf Hüten, Bauernkästen, Häferln oder Bastelarbeiten und lesenwiederholt auf Objektkarten, aus welchen Gegenden die verschiedenstenObjekte stammen. Sie lernen über historische Ereignisse, wie Kriege undFriedensschlüsse, die auf Volkskunstobjekten dargestellt wurden, etwarund um die Napoleonischen Kriege. Auf diese Weise wird auch ersicht-lich, wie teilweise unbewusst bzw. subtil Herrschaftsgeschichte verbrei-tet wurde.
Sowohl AnfängerInnen als auch Fortgeschrittene erzählen je nachsprachlichen Kompetenzen im Gegenzug von Dingen in der Schausamm-lung, die sie an ihre Herkunftsländer erinnern. Manche Objekte lösenein großes Bedürfnis aus, sich den anderen mitzuteilen.
Den Feedbacks seitens der Lehrkräfte zu diesen Programmen istzu entnehmen, dass die KursteilnehmerInnen ausreichend Impulse fürSprechakte bekommen, aber auch die drei weiteren Fertigkeiten wie Hö-ren, Lesen und Schreiben im Museum nicht zu kurz kommen. Der Auf-enthalt gestalt sich wie zwei optimal konzipierte Unterrichtseinheiten,
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