Jahrgang 
112 (2009) / N.S. 63
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Chronik der Volkskunde

nachschlagen kann. Dort findet man im Literaturverzeichnis zum Beitragüber Nahrungsforschung den von Hans Jürgen Teuteberg und GünterWiegelmann herausgegebenen Band» Unsere tägliche Kost<< als einzigenmit einem Sternchen gekennzeichnet und damit als Standardwerk undfür die weiterführende Lektüre empfohlen.

In schnellen Schritten vollzog sich ab Mitte der sechziger Jahre dieakademische Karriere des Nachwuchswissenschaftlers. Bereits 1965 warer Mitherausgeber des ADV geworden, 1968 erfolgte der Ruf auf dieMainzer Volkskundeprofessur, ein Jahr später übernahm er den Vorsitzin der Deutschen Gesellschaft für Volkskunde( DGV), 1971 wechselte erals Nachfolger von Bruno Schier an die Universität Münster, wo er gleich-zeitig Vorsitzender der Volkskundlichen Kommission für Westfalen undMitherausgeber der Rheinisch- westfälischen Zeitschrift für Volkskundewurde. Auf internationaler Ebene wurde ihm im selben Jahr die Auf-gabe eines Managing Editors für die Zeitschrift» Ethnologia Europaea<<anvertraut. Wollte man den Versuch unternehmen, für die ausgehendensechziger und siebziger Jahre alle wissenschaftlichen Aktivitäten undLeistungen von Günter Wiegelmann aufzuzählen, besteht die große Ge-fahr, selbst wichtige Punkte zu übersehen. Er publizierte regelmäßig undviel, initiierte Tagungen und Kongresse, tat sich als Netzwerker hervor,der intensive Kontakte zu Kolleginnen und Kollegen im In- und Auslandunterhielt, scharte einen schnell wachsenden Kreis von Schülerinnen undSchülern um sich und warb mit der Beteiligung am Münsteraner Sonder-forschungsbereich 164» Vergleichende geschichtliche Städteforschung<< inden Jahren 1975-86 erhebliche Drittmittel ein, die dem Fach und seinemVertreter nicht zuletzt an der heimischen Universität ein hohes Anseheneinbrachten. Hinzu kamen die zeitspezifischen Herausforderungen amEnde der» wilden«< sechziger und in den» unbequemen«< siebziger Jahren,die Günter Wiegelmann besonders als DGV- Vorsitzenden betrafen. DasFach und seine wissenschaftliche Vereinigung hatten sich in notwendigeGrundsatzfragen verstrickt und bedurften in dieser schwierigen Über-gangssituation einer Integrationsfigur, für die er sich zwei Wahlperiodenlang bis 1977 zur Verfügung stellte. Seine eher konservative Lebenshal-tung hat ihm diese Aufgabe bestimmt nicht leicht gemacht, aber seineOffenheit und Gesprächsbereitschaft ermöglichten letztlich doch denZusammenhalt des Faches und den Anfang einer erfolgreichen Neupro-filierung.

Im Rückblick nötigen uns die angedeuteten Leistungen jener Jahreunbedingten Respekt und Bewunderung ab. Wenn man Günter Wiegel-mann in späteren Jahren auf diese Zeit ansprach, verwies er wiederholt

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