Jahrgang 
112 (2009) / N.S. 63
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ÖZV LXIII/ 112, 2009, Heft 1

erkennen, daher Konflikte unvermeidbar seien

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diese wurden auch im

Laufe der Tagung immer wieder in den Vorträgen und Diskussionsbei-trägen sichtbar.

Der auf Englisch vorgetragene und leider auch aufgrund technischerProbleme schwer verständliche Vortrag von Xiaorui Zhang, Koordinato-rin für Traditionelle Medizin der WHO, unterstrich die große Bedeu-tung traditioneller Medizin weltweit und das wachsende Interesse vonSeiten der Schulmedizin. Der WHO geht es um die Erfassung der ange-wendeten Praktiken, um deren wissenschaftliche Auswertung, um Qua-litätskontrolle, die Erarbeitung von Ausbildungsrichtlinien und darum,Bewährtes auch in anderen Regionen zugänglich zu machen, wobei dasHauptaugenmerk derzeit auf der Kräuterheilkunde liegt.

Mit der Frage nach der uneinheitlichen Benennung der>> traditionel-len Medizin«<, ebenso als» Komplementärmedizin«,» Ganzheitsmedizin«<,» Naturmedizin«,» Erfahrungsmedizin« oder» Alternativmedizin«< be-zeichnet, eröffnete der Inhaber des Lehrstuhls für Naturheilkunde an derUniversität Zürich, Reinhard Saller, seinen Beitrag über» Aktuelle As-pekte von Naturheilkunde und Komplementärmedizin in der Schweiz<<.Diese habe in der Schweiz einen sehr hohen Stellenwert und meine im-mer ärztliche und nicht- ärztliche Leistungen gemeinsam. Die Schwei-zer PatientInnen erwarten eine Vielfalt an medizinischen Angeboten,Mitsprachemöglichkeiten, eigenständige Therapiegestaltungen und eineganzheitliche Krankheitssicht. Entsprechend umstritten war daher dieEntscheidung im Jahre 1996, als die Pflichtversicherung eingeführt wur-de, nur die Akupunktur aufzunehmen, nicht jedoch Homöopathie, Anth-roposophische Medizin, Chinesische Medizin, Neuraltherapie und Phy-totherapie. Wie über Diskussionen, Evaluierungen und eine Volksinitia-tive die Aufnahme dieser fünf Praktiken doch noch erreicht werden soll,schilderte Saller im Verlauf des Vortrags, wobei er betonte, dass sie eben-so wie andere Heilmethoden, zum Beispiel Ayurveda, von den SchweizerPrivatkrankenkassen ganz selbstverständlich finanziert würden.

Über traditionelle Verfahren zur Stärkung der Selbstheilungskräfteund deren medizinwissenschaftliche Evaluierung berichtete Gustav Do-bos, Inhaber des Lehrstuhls für Naturheilkunde, Kliniken Essen- Mitte,der von>> Integrativer Medizin<< sprach, also von Schulmedizin, die zusätz-lich wissenschaftlich geprüfte Naturheilkunde und so genannte Mind/Body- Medizin anwendet, welche den PatientInnen Eigenverantwortungzubilligt. Dobos betonte, dass nur 23 Prozent der schulmedizinischenMethoden nach jenen Standards evaluiert sind, die sie selbst fordern.So fehlen etwa Studien für die Bereiche Pädiatrie und Geriatrie völlig,