Jahrgang 
112 (2009) / N.S. 63
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ÖZV LXIII/ 112, 2009, Heft 1

seum für Volkskunde gekommenen Büchleins ist darin namentlich nichtgenannt. Er hat das Buch seinem Enkel zur Erinnerung gewidmet. Eshandelt sich dabei um eine lexikonartige Zusammenstellung aus den Be-reichen Musik, Sport und Hobby sowie Verkehrsmittel, die vom zeich-nerischen Talent des Herstellers zeugt.

Das Bilderbuch³ trägt den Titel»... Allerlei für Franzi Grübl«< 4 undbesteht aus 37 unpaginierten, gebundenen Seiten. Aus den Herkunftsak-ten ist bekannt, dass es 1935 von Richard Emmerich, dem Großvater vonFranz Grübl in Wien hergestellt wurde. Die durchgehend mit Buntstiftkolorierten Tuschzeichnungen mit namentlich bezeichneten Darstellun-gen sind in drei große Themenbereiche gegliedert: Musikinstrumente( 8Seiten), Turngeräte( 3 Seiten), Sportgeräte und Verkehrsmittel( 26 Sei-ten). Darunter finden sich auch Gustostücke wie das Rhön- Rad, ein auszwei Reifen und sechs Verbindungssprossen bestehendes Turngerät, dasum 1920 von Otto Feick erfunden worden war, eine Weltraum- Raketeoder ein Elektromobil.

Diese naturgetreuen Darstellungen des Zuckerbäckers Emmerichzeigen einerseits, wie weit Erfindungen verschiedenster Art, aber auchZukunftsträume, bis zu den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts voran-geschritten waren und auch Eingang gefunden haben in das allgemeineBewusstsein. Die wohl für damaliges Verständnis recht futuristischanmutende Weltraumrakete war 40 Jahre vor dem ersten bemanntenRaumflug zum Mond aber andererseits doch noch Utopie. Inspirierendfür die Zeichnung könnte die Rakete in Fritz Langs Stummfilm» Frauim Mond«<( 1929) gewesen sein. Visionär erscheint auch das Elektroauto,allerdings war dessen große Zeit um 1936 fast schon wieder vorüber undes wartet seither auf seine revolutionäre Wiederentdeckung. Interessantist weiters ein Autobus, welcher mit der Werbeaufschrift der erst 1928 inWien gegründeten Miag( Milchproduktions AG) versehen ist und in einRaucher- und ein Nichtraucherabteil getrennt ist. Die daneben gezeich-nete Verkehrsampel war zu dieser Zeit in Wien noch eine Neuigkeit.

Die einzelnen Blätter sind von unterschiedlicher Papierqualität. Dieeinstmals mit einem Faden gebundenen Blätter liegen teilweise nur mehr

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Inventarnummer ÖMV/ 83.729, Maße: H= 14 cm, B= 22 cm, T= 1 cmEin Teil des Etiketts fehlt.

Richard Emmerich wurde 1874 in Hollabrunn geboren und starb 1945 in Wien. Erwar gelernter Zuckerbäcker, später aber in Wien als Straßenbahnfahrer tätig.

6 Franz Grübl wurde 1929 geboren. Seine Mutter verstarb mit 32 Jahren, daher habensich die Großeltern vermehrt um ihn und seine Geschwister gekümmert.