Aufsatz in einer Zeitschrift 
Bemerkungen zu St. Engelbert
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ÖZV LXIII/ 112, 2009, Heft 1

von Büsten, Reliefs oder» Dollfuß- Plaketten«( etwa in verschiedenenPostämtern) bis zu» Dollfußkerzen( mit Leuchter)<< und ganzen Kirchen-bauten, konkret die» Dollfuß- Gedächtniskirche«< in Wien 18 und der» Seipel- Dollfuß- Gedächtnis- Bau<< in Wien 15.25

Die zuletzt genannten Objekte machen deutlich, dass es neben einemprofanen Denkmalkult26 auch noch jene andere Dimension des inszenier-ten Erinnerns gegeben hat, in die der Patron des» Familienasyls St. Engel-bert<< sich fügt. Schon der damals gängige Ausdruck» Märtyrerkanzler<< 27weist ja in seiner sakralen Konnotation bereits auf eine mitunter geradezuapotheotische>> Mythisierung« des Kanzlers, wie sie analog zur Stilisie-rung des von diesem errichteten Ständestaats» zum legitimen Erben desaltösterreichischen katholischen Reiches als Gegenentwurf zum natio-nalsozialistischen Deutschland<< betrieben worden ist. 28 So wurde offiziel-lerseits» ein Einbinden des Gedenkens des ermordeten> Heldenkanzlers<in die Zeremonien der katholischen Kirche« durch die Errichtung von>> Dollfuẞ- Gedächtniskirchen und-kapellen, Dollfuß- Kreuzen, Dollfuß-Gedächtniskerzen und nicht zuletzt Standbildern des hl. Engelbert«< ver-

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Denkmäler im weiteren Sinne wurden vom patriotischen Fußvolk in großer Zahlund Variation vorgeschlagen, so z. B. ein» katholischer internationaler österr. Lehr-lings- Dollfußbau<<, der» ein schönes Friedensdenkmal ganz im Sinne des verstorbe-nen Kanzlers<< wäre; OeStA/ AdR, Vaterländische Front, Dollfuß- Denkmäler, Kar-ton Nr. 5, Schreiben von Karl Weber,» Leiter des kath. Lehrlingsheimes in Wien 7,Kaiserstraße 92«<, an das Generalsekretariat der V.F. vom 30. November 1934.

25 OeStA/ AdR, Vaterländische Front, Dollfuẞ- Denkmäler, Karton Nr. 5. Die Mel-dung folgte einem Aufruf des Generalsekretariats der Vaterländischen Front vom 4.Juni 1936.

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Dessen Formen zum Teil recht unspektakulärer Natur waren und von denen auchoft keine Abbildungen überliefert sind; einiges an optischer Erinnerung findet sichin einschlägigen Zeitschriften, beispielsweise in den»> Österreichischen Schriften. DieBilder- Woche<<( hier etwa im 2. Jg, Nr. 48 vom 28. XI. 1935, S. 10, die Photogra-phie einer»> in der Arbeiterkrankenkasse des Gremiums der Wiener Kaufmannschaftzum dankbaren Gedenken an den großen Sozialpolitiker« enthüllten kleinformatigenDollfuß- Büste).

So in den unzähligen Pressemeldungen anlässlich des» Volkstrauertages«< am 25. Juli1936; viele von ihnen gesammelt in OeStA/ AVA Inneres MR- Präsidium TKB/ANSt A 209, Dollfuss- Gedenktag, 1936, Faszikel» Zeitungsstimmen<<.

Liebhart( wie Anm. 22), S. 238.

Friedrich Grassegger:» Ein Toter führt uns an«. Totengedenken und dessen Denk-mäler im autoritären Ständestaat in der Steiermark( 1934-1938), in: Stefan Riesen-fellner, Heidemarie Uhl( Hg.): Todeszeichen. Zeitgeschichtliche Denkmalkulturin Graz und in der Steiermark vom Ende des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart(= Kulturstudien, Sb 19). Wien, Köln, Weimar 1994, S. 77-90, S. 83.