Bernhard Hurch, Zum Verständnis und Unverständnis von Rudolf Trebitsch
rección María de Azkue.28 Die Textteile der Aufnahmeprotokolle,wie auch die darauffolgenden Übersetzungen ins Französische bzw.Spanische sind in Handschrift der jeweiligen» Helfer<< verfasst; daranbesteht keinerlei Zweifel.29
Diese genannten, heute bereits zu den großen Persönlichkeiten derGeschichte der Baskologie zählenden Gewährsleute sind auch selbstmit ihren Stimmen auf den Phonogrammen verewigt. Dieser Um-stand hat zwar gewissermaßen anekdotischen Charakter, er ist aberallemal erwähnenswert und trägt – wenn auch in anderer, als der be-absichtigten Weise- zur Bedeutung der Aufnahmen bei.
Eine kritische Beschäftigung mit dem Material darf aber dennoch hiernicht unterbleiben. Die einzige Veröffentlichung zur Baskenreise ausTrebitschs Feder liegt in der Schrift» Baskische Sprach- und Musikauf-nahmen, ausgeführt im Sommer 1913« vor³. Er beschreibt darin zuerstein paar allgemeine Aspekte zu den Basken, zur Reise und zu seiner Ar-beit, um danach, der Chronologie der Aufnahmen und den Nummernder aufgenommenen Platten folgend, Inhalte der aufgenommenen Ge-schichten nachzuerzählen.³¹
28
29
30
31
Resurrección María de Azkue, 1864-1951, bizkaischer Priester( hatte aber nie pas-torale Aufgaben), Sprachwissenschaftler, Dialektologe, Lexikograph, Volkskundler,Schriftsteller, Opernkomponist. Eine der wahrscheinlich vielseitigsten, wenngleichinhaltlich oft nicht unumstrittenen Figuren der Baskologie seiner Zeit. Von derGründung 1888 bis zum Spanischen Bürgerkrieg, also nahezu 50 Jahre, Inhaber derCátedra de Vascuence im Instituto de Bilbao( bei der Bewerbung setzte er sich imAlter von 24 Jahren gegen Arana- Goiri und Unamuno durch). Unzählige Veröffentli-chungen; linguistisch besonders wichtig die baskische Grammatik von 1891(>> EuskalIzkindea<<), das zweibändige» Diccionario vasco- español- francés«( 1905-1906), die>> Fonética vasca<<( 1919) und die» Morfología vasca«<( 1925); für die baskische Ethno-logie insbesondere der» Cancionero popular vasco«( 1919),» Música popular vasca<<( 1919) sowie die Sammlung von Volkserzählungen» Lehenengo euskalgunetako itzal-diak«<( 1922). Azkue sprach fließend Deutsch und übersetzte u.a. Humboldt, Schillerund Wagner. Machte sich um die Humboldt- Rezeption im Baskenland, sogar umden Erhalt von Manuskriptkopien Humboldts, deren Originale heute verschollensind, verdient. Erster und lebenslanger Präsident der baskischen Akademie Euskal-tzaindia. Mitglied der Real Academia Española. Briefwechsel mit Schuchardt.Dies resultiert aus dem Handschriftenvergleich mit im Nachlass Schuchardt vorhan-denen Briefen dieser Autoren. Schuchardt stand mit allen von ihnen in brieflichemKontakt, Urquijo und Lacombe zählen zu den umfangreichsten und intensivstenBriefkontakten Schuchardts überhaupt.
Trebitsch( wie Anm. 10).
Die allgemeinen Aspekte dieses Berichts sind so allgemein, dass auch der Baedeker>> Le Sud- ouest de la France« als Quelle angeführt wird.
15