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ÖZV LXIII/ 112, 2009, Heft 1
dem Verein für Volkskunde große Geldsummen geschenkt; nach seinemTod folgte von dessen Vater Leopold, in Erfüllung eines Wunsches desSohnes, ein Legat von 100.000 Kronen an das Museum für Volkskun-de. Eine Reihe wissenschaftlicher Bücher, Manuskripte und Materialien( Fotografien, Diapositive) wurde von der Familie ebenfalls dieser Ein-richtung übergeben. Über die Jahre hinweg hat eine geschlossene Archi-vierung nicht stattgefunden; diese versucht man heute nachzuvollziehen( M. Beitl, pers. Mitt.).
3.
Die Trebitsch- Sammlungen
3.1. Zur Bedeutung der phonographischen Sammlungfür die baskische Philologie
Die Etablierung phonographischer Sammlungen war vor hundert Jahrenkeineswegs eine Selbstverständlichkeit und Aufnahmen im linguistischenFeld durchzuführen, natürlich noch weniger. Darin begründet sich zual-lererst die außergewöhnliche Bedeutung der Sammlung, die Trebitsch fürdas Phonogrammarchiv der Akademie der Wissenschaften in Wien ange-legt hat. Ob diese Aufnahmen auf wissenschaftlichen Weitblick gründen,auf eine treffende Intuition über zukünftige Möglichkeiten der Lautkon-servierung und-analyse zurückgehen, ob sie ein Produkt des Zufalls sindoder einfach das Werk eines Dilettanten oder Amateurs, ist aus den nochvorliegenden Unterlagen nicht mehr zu eruieren. Wahrscheinlich setzteeine Initiatividee eine Serie von Folgehandlungen und eine erfreulicheVerkettung von Umständen in Gang, die alle genannten Aspekte umfas-sen. Nikitsch¹³ bemüht zu Beginn seines Vortrags für Trebitsch in Anleh-nung an MacEdward Leach den doch insgesamt positiv besetzten Begriffdes Amateurs in der frühen Beschäftigung mit Folklore, doch sind diekritischen Bemerkungen im Laufe seines Beitrags unüberhörbar.
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Bedeutung heute gut aufgearbeitet ist( Eberhard Sauermann: Literarische Kriegsfür-sorge.Österreichische Dichter und Publizisten im Ersten Weltkrieg. Wien 2000.);Trebitsch hat zu einem Zeitpunkt Selbstmord begangen, wo das Ende des Kriegs-elends unmittelbar vor der Tür stand, ja an den meisten Frontabschnitten tatsächlichschon beendet war. Vgl. dazu auch die Fußnote zu Brief 20-11778 von Trebitsch an
Schuchardt.
Nikitsch: Some biographical remarks( wie Anm. 3).