Bernhard Hurch, Zum Verständnis und Unverständnis von Rudolf Trebitsch
land, 1907 nach Irland und Wales³, 1909 nach Wales, Schottland und dieInsel Man', 1913 ins Baskenland. Von seinen Reisen brachte er zahl-reiche Sammlungsstücke mit, die heute den Museen für Völkerkundebzw. Volkskunde und dem Naturhistorischen Museum in Wien ein-verleibt sind. Die Sprach-, Dialekt- und Musikaufnahmen entstandenin Zusammenarbeit mit dem Phonogrammarchiv der ÖsterreichischenAkademie der Wissenschaften, sie wurden seinerzeit dort archiviert undzählen heute zu den historisch bedeutenden Teilen des Archivbestandes.In einem regelmäßigen Arbeitsverhältnis stand Trebitsch nur in seinemmedizinischen Beruf und da auch nur in den ersten Jahren nach Beendi-gung; des Studiums. Später wurde er im Verlaufe des Ersten Weltkriegsals Arzt zum Sanitätsdienst in österreichischen Spitälern eingezogen.Dem Krieg gegenüber war er keineswegs kritisch. Am 9. Oktober 1918nahm er sich in Judendorf bei Graz das Leben. Die Kriegsbegeisterung,die aus Brief 20 spricht, steht jedenfalls nicht ganz in Einklang mit deroft kolportierten Annahme, das Elend des Lazaretts wäre der unerträgli-che Auslöser für seinen Freitod gewesen.12
Über die Jahre hinweg hatte Trebitsch laut regelmäßigen Aufzeich-nungen in der» Zeitschrift für österreichische Volkskunde«< mehrmals
7 Trebitsch( wie Anm. 5) sowie Rudolf Trebitsch: Bei den Eskimos Glossar ::: zum Glossareintrag Eskimos in Westgrönland.Ergebnisse einer Sommerreise im Jahre 1906, nebst einem ethnologischen Anhangvon Michael Haberlandt. Berlin 1910.
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Rudolf Trebitsch: Phonographische Aufnahmen der irischen Sprache in Irland undeiniger Musikinstrumente in Irland und Wales, ausgeführt von Dr. Rudolf Trebitschim Sommer 1907, in: Anzeiger der phil.- hist. Kl. der kaiserl. Akademie der Wissen-schaften, 5, 1908(= Berichte der Phonogramm- Archivs- Kommission der kaiserlichenAkademie der Wissenschaften in Wien XII), S. 1-17.
Rudolf Trebitsch: Phonographische Aufnahmen der welschen Sprache in Wales, derManxschen Sprache auf der Insel Man, der gaelischen Sprache in Schottland undeines Musikinstrumentes in Schottland, ausgeführt im Sommer 1909, in: Anzeigerder phil.- hist. Kl. der kaiserl. Akademie der Wissenschaften, 27, 1909(= Berichte derPhonogramm- Archivs- Kommission der kaiserlichen Akademie der Wissenschaftenin Wien XVIII), S. 1–27.
Rudolf Trebitsch: Baskische Sprach- und Musikaufnahmen ausgeführt im Sommer1913, in: Anzeiger der phil.- hist. Kl. der kaiserl. Akademie der Wissenschaften, 11,1914(= 34. Mitteilung der Phonogramm- Archivs- Kommission der kaiserlichen Aka-demie der Wissenschaften in Wien), S. 1-31.
Diese Verteilung hat lediglich historische Gründe in der Zugehörigkeit von Beteilig-ten sowie deren Lehrstühlen bzw. Arbeitsgebieten zu den einzelnen Institutionen.Diese Meinung wird von Trebitschs Bruder Siegfried( wie Anm. 3) vertreten. DieUmstände seines Todes sind aber nicht geklärt, doch scheint der Zusammenhang mitdem Weltkriegsgeschehen kaum glaubhaft. Erstens zählte er zu den nicht nur ideo-logischen Unterstützern der diversen Kriegsfonds, deren keineswegs nur karitative
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