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Chronik der Volkskunde
ÖZV LXII/ 111
arbeitet. Aus dieser Zeit rühren die frühen Kontakte zum Phonogrammar-chiv der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, das seine Auf-zeichnungen bewahrt. Gaál hat damit auch der Volksmusikforschung inÖsterreich wichtige Impulse gegeben.
Gaál hat Feldforschung mit einer Intensität betrieben, die wir uns so heutemühsam wieder anzueignen versuchen. Die Studien der Gemeinden Wolfau,Tadten, Nestelberg und Sallingberg, die er mit Kolleginnen, Kollegen undälteren Studierenden unternommen hat und die in umfangreichen Publika-tionen vorliegen, sind in mehrfacher Hinsicht bemerkenswert. Über seineortsmonographischen Verfahren hat Gaál auf dem Braunschweiger Kon-gress der DGV 1977 berichten können.
Die ,, gelbe Gefahr“, wie er seine 1969 erschienene Habilitationsschrift,, Zum bäuerlichen Gerätebestand im 19. und 20. Jahrhundert“ auch nannte,sei erwähnt. Sie hat die Einheit des untersuchten Raumes unabhängig vonsprachlichen Unterschieden dokumentiert und damit auch jene Resultatebestätigt, die seine Studien zur lokalen Kommunikation mit dem Nachweiseiner übergreifenden ,, Dorfsprache“ erbracht hatten.„ Die Gegenständehaben keine Muttersprache.“ Der sicher nicht bedeutungslosen Sprache warjener Akzent genommen, den das national- philologische 19. Jahrhundert alsallein ausschlaggebend angesehen hatte. Anfang der 1970er Jahre wirwaren von Kiel aus auf einer Exkursion unterwegs- brachte Gaál mich miteinem seiner Gewährsleute zusammen. Der sagte, alles, was in dem gelbenBuch stünde, sei von ihm; eigentlich hätte er Professor werden müssen. Waslistig und lustig klingt, ist ein Lob, wie es für eine Dokumentation größernicht ausgesprochen werden kann.
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Von Dachbodenfunden war in der Habilschrift die Rede. 1966 beginnt einText über ,, Die bemalte Truhe im Burgenland“ mit der Bemerkung, dass die,, Dachböden als Abstellraum für Gegenstände, die aus der Lebensform unddamit auch aus dem Haus gedrängt wurden und nach kürzerer oder längererWanderung durch die verschiedenen Räume des Hauses hier landeten, eineBedeutung“ für ihn bekommen hätten. Es folgen dann Notizen über denDachboden, die Aufbewahrung von Mehl. Weitere Bemerkungen betreffendie Stube und ihre Einrichtungsgegenstände, die innere Grenze und dieOrdnung, in der kein Möbelstück höher war als das Fensterbord. Dann heißtes: ,, Der( neue) Schubladkasten zerstörte dieses innere Gleichgewicht, weiler höher als das Fensterbord war. Die Truhe wurde dann an eine Seitenwandgestellt..." Da wird ein ,, inneres Gleichgewicht“ gesehen, da werden dannauch kurzfristige Moden spürbar, wird zwischen Volkskunst und Hand-werkskunst geschieden. Hier wird der Bestand beschrieben, zwischen gedü-belten und gezinkten Stücken unterschieden- Autopsie. Aus den archivali-schen Belegen wird dann deutlich, dass die Truhe bei den battyanischen