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Klara Löffler, Margot Schindler
ÖZV LXII/ 111
Zeit den Kochbuchautorinnen des 19. Jahrhunderts Probleme.5 Dieslässt sich als Beispiel dafür sehen, wie sich Aspekte von Modernisie-rung und Standardisierung im alltäglichen privaten Schreiben, aberauch beim Zubereiten von tradierten Speisen niederschlagen.
Wie bis zum Zeitpunkt der Schenkung im Jahr 1955 mit demKochbuch umgegangen worden ist, ob die Rezeptsammlung weiter-hin in Benutzung war, oder ob das Kochbuch mittlerweile etwa in derFamilie als handgeschriebener Text eine neue Bewertung erfuhr undals Erinnerungsstück weitergegeben wurde, darüber lässt sich hier nurspekulieren. Immerhin wurde für einige Jahrzehnte mit diesem Koch-buch gearbeitet; es ist Zeugnis für eine praktische Ordnung, dieimmer wieder modifiziert und ergänzt wurde. Allerdings stellt sichdie Frage, ob die gesammelten Rezepte für die alltägliche Praxis desKochens stehen können, denn es sind nicht unbedingt Speisen undRezepte für den( bürgerlichen) Alltag, auch nicht eines bürgerlichenHaushaltes, die hier zusammengetragen wurden. Spätestens mit derSchenkung an das Museum aber hat dieser Gebrauchsgegenstand denStatus eines außeralltäglichen Objektes erlangt.
Prangstangen¹
Bettina Kletzer, Daniela Schadauer
Der Verweis auf das Original fehlt nie, auch wenn, wie in unseremFall, im Inventarblatt Objekte als ,, Souvenir: Prangstangen" definiertsind: ,, Die Prangstange wurde an einem Stand in der Kirche vonZederhaus zum Verkauf angeboten. Sie war das letzte erhältlicheStück. Sie zeigt die traditionelle Form der Prangstangen von Zeder-haus mit der typischen Blumenbindung, IHS und Spitze. Die Origi-nale standen ebenfalls in der Kirche." 2
Die Originale und das Brauchgeschehen waren Ziel einer volks-kundlichen Exkursion zu den Salzburger Gemeinden Zederhaus und
5 Vgl. Maier- Bruck 2003( wie Anm. 3), S. 55f.
1 ÖMV, Inventarnummer 81.400.
2 Ebd.