2008, Heft 4
Aus dem Fundus
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Ins Bild gesetzt ist eine Idylle, die die Ursprünglichkeit der Natur inden Vordergrund rückt, und damit einen idealen Raum zeichnet.
Was auf der Vorderseite vor allem visualisiert ist, wird auf derRückseite in einer Kombination von visuellen und textuellen Elemen-ten präsentiert. Hier wurde die Nachahmung von ungebleichtemPackpapier als Hintergrund für einen Informationstext gewählt, dervon einer wie von Hand gezogenen Linie umrahmt wird. Mit demZitieren einer spezifischen Materialität- von Recyclingpapier- sol-len ökologisches Denken, Schlichtheit, Naturbelassenheit suggeriertwerden.
In einem Rahmen aus Einleitung- hier wird über die Verwendungder Spendengelder informiert- und aus Danksagung und guten Wün-schen zu Fest und Jahreswechsel ist die Hauptsache, ein Text über dieLebensgewohnheiten der abgebildeten Tiere, eingespannt: ,, Was lebtdenn da alles in der Au." Das Überleben der Tiere- die Bandbreitereicht von Vögeln über Fische, Schlangen und Mäuse, für den 24. De-zember steht bezeichnenderweise ein Karpfen- wird an das Überle-ben der Auen geknüpft. Als VerfasserInnen werden MitarbeiterInnendes Naturhistorischen Museums in Wien und des Nationalpark- Insti-tuts Donau- Auen angegeben und damit der Text wissenschaftlichautorisiert. Diese Informationen haben, so soll deutlich werden, imGegensatz zum eigentlichen Kalender kein Ablaufdatum. Das päda-gogische Moment der Vorderseite wird auf der Rückseite durch dieAnhäufung von moralischen Implikationen verstärkt:„ Danke, dassSie mit dem Kauf dieses Adventkalenders mithelfen Natur zu retten."Während das Prinzip des Sponsoring auf der Homepage des WWFprosaisch als partnerschaftliche Transaktion mit beiderseitigen, auchökonomischen Vorteilen beschrieben wird, ist mit dem Adventkalen-der das Spenden als moralisches Tun in den Vordergrund gerückt. DasAngebot ,,, Natur“ freizukaufen, erscheint als Ausprägung eines spät-modernen Ablasshandels, der im Tausch für die Hingabe materiellerGüter immaterielle Leistungen offeriert.7„ Geld“, so Elfie Miklautz,,, läßt sich als gemeinsame Sprache, mit Hilfe derer wir unsere
5 In Ostösterreich sowie in Teilen Tschechiens und der Slowakei ist der gebackeneKarpfen ein traditionelles Weihnachtsessen.
6 http://www.wwf.at/de/menu295/artikel270, Zugriff am 29.01.2008.
7 Krause, Gerhard, Gerhard Müller: ,, Spende“. In: Dieselben( Hg.): TheologischeRealenzyklopädie. Band I, A- AG. Berlin, New York: de Gruyter 1977, Sp. 2149,S. 330.