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Klara Löffler, Margot Schindler
ÖZV LXII/ 111
bolischen Mehrwert verfügt; 2 wir entschieden uns, das vorliegendeObjekt unter den Dingaspekten, in einem Netzwerk von Bezügen undBedeutungsebenen zu analysieren und konzentrieren uns auf diemarkanten Widersprüche, die unser Objekt in sich birgt.
Der Adventkalender wurde 1991 als Benefizaktion zur Erhaltungbestehender und Errichtung weiterer Naturschutzgebiete von derBaumarktkette BauMax und der Neuen Kronenzeitung finanziert.Der Reinerlös sollte, laut umseitiger Information, dem WWF³ unddem Nationalpark- Institut Donau- Auen zugute kommen. In der Her-stellungsweise unterscheidet sich unser Objekt nicht von anderenAdventkalenderu, die als Massenprodukte der Papierindustrie alleJahre wieder unter die Leute gebracht werden.
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Der augenfällige Unterschied aber zu diesen Produkten ist dieMotivik. Auf die Abbildung von traditionellen Symbolen wirdabgesehen von vier stilisierten Sternen auf der Rückseite- gänzlichverzichtet. Das Motiv auf der Vorderseite zeigt eine Aulandschaftnach dem Bild ,, Winter in der Au“ von Andrea Kasamas. Gewässer,Schilf und Schwarzpappeln sind in Blau- und Grautönen gehalten undteilweise mit Schnee bedeckt. Farblich deutlich abgesetzt sind dieAbbildungen der Tiere, der Tagesmotive. Nur die Logos der beteilig-ten Sponsoren in der linken unteren Ecke werben noch farbenkräftigerals die Tierbilder um Aufmerksamkeit.
Tiere in Schnee und Eis- der Graureiher fliegt am eisgrauenHimmel, die Schnecke sitzt auf dem verschneiten Schilfrohr, ein inWinterstarre verfallenes Knäuel von Schlangen wird vom dichtenGeflecht des Aubodens beschützt vermitteln ein Bild von der Ver-letzlichkeit einer der Witterung ausgesetzten Fauna, aber auch vonder Unberührtheit einer sich selbst genügenden ,, Naturlandschaft“.
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2 Korff, Gottfried: Sieben Fragen zu den Alltagsdingen. In: König, Gudrun( Hg.):Alltagsdinge. Erkundungen zur materiellen Kultur.(= Studien& Materialien desLudwig- Uhland- Instituts d. Universität Tübingen, 27). Tübingen: Tübinger Ver-einigung f. Volkskunde e. V. 2005, S. 29-42, hier S. 33f.
3 http://www.de/der-wwf/geschichte, Zugriff am 30.01.2008.4 Das Nationalparkinstitut Donau- Auen wurde 1986 vom Leiter der Ökologiekom-mission Univ. Prof. Bernd Lötsch ,, als wissenschaftlicher Verein zum Schutz derDonau- Auen“ gegründet. Bardenhofer, Thomas M.: Der Nationalpark Donau-Auen. Eine biologiedidaktische Herausforderung zur Vermittlung ökologischerund botanischer Grundeinsichten für Kinder im Alter von 8-12 Jahren. Wien,Dipl. 2002, S. 34.