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Literatur der Volkskunde
ÖZV LXII/ 111
Groẞobjekte des Freilichtmuseums vorstellt. Dass Pöttler mit dem ,, Salleg-ger Moar“ aus der Oststeiermark beginnt, hat programmatische Gründe, wardies doch das erste Gehöft, das 1963 nach Stübing übertragen wurde. ImÜbrigen können wir Pöttler bei diesen Schilderungen jedoch quer durchÖsterreich begleiten, vom Burgenland bis Vorarlberg. Die einzelnen Ab-schnitte beziehen sich wieder auf wissenschaftliche Bearbeitungen derAnlagen aus früheren Jahren, aus denen der Autor auch Abbildungen über-nimmt, die aber für diesen Band eindrucksvoll mit weiteren Fotographienergänzt werden. Mit Ausnahme des Kärntner Ringhofes, der von OskarMoser bearbeitet worden war, konnte Pöttler dabei stets auf eigene For-schungen und Veröffentlichungen zurückgreifen. Am Ende eines jedenAbschnitts wird darauf und auf entsprechende weiterführende Literaturverwiesen. Pöttlers Buch erfüllt somit einen mehrfachen Zweck: Zum einenist es eine wissenschaftshistorisch wichtige Quelle, zum anderen eine Einla-dung an interessierte Laien, sich über die eindrucksvolle Architektur imMuseum fundiert zu informieren.
Dass Pöttler mit dem Abdruck seiner Abschiedsrede vom 10. Oktober2004 endet, sagt uns sehr viel über den Stellenwert des Buches im Rahmenseiner zahlreichen Veröffentlichungen. Die Wehmut, mit der er sich vonseinem Lebenswerk verabschiedet, wird nicht nur wörtlich angesprochen( S. 279), sondern zieht sich auch durch die ganze Rede. Ich wage sogar zubehaupten, sie ist- berechtigter- Teil dieses Werkes, mit dem uns ViktorHerbert Pöttler einen Einblick in sein Lebenswerk gewährt.
Helmut Eberhart
PETERMAYR, Klaus und Oberösterreichisches Volksliedwerk/ Volkslie-darchiv( Hg.): Schnopfhagen. Umfeld – Leben- Wirken. Linz: Oberöster-reichisches Volksliedwerk, 2008, 144 Seiten, 3 s/ w Abb., Notenbeispiele, 5Repr. von Autographen.
Als ,, Spurensicherung eines oberösterreichischen Künstlers“ bezeichnetLandeshauptmann Josef Pühringer den von Klaus Petermayer herausgege-benen Band, der nicht nur ein forschendes Auge auf den vor hundert Jahrenverstorbenen ,, Komponisten“ wirft, sondern auch kritisch dessen Nachwir-kung und Nachkommenschaft thematisiert.
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bis auf
Die elf Autorinnen und Autoren dieses Sammelbands sindwenige Ausnahmen – junge und jüngere Wissenschaftlerinnen und Wissen-schaftler, die sich kritisch mit der Zeit, den Entstehensbedingungen, denBiographien, den politischen und kulturellen Strömungen um HansSchnopfhagen auseinandersetzen. Hinter all dem steht- der vielleicht vor