Jahrgang 
111 (2008) / N.S. 62
Seite
309
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2008, Heft 3

Chronik der Volkskunde

Jahresbericht Verein Ethnographisches Museum

Schloss Kittsee 2007

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EINFÜHRUNG

Der Violinvirtuose, Komponist und Dirigent Joseph Joachim gilt als großerSohn der Gemeinde Kittsee, auch wenn er in diesem Ort nur die ersten zweiJahre seines Lebens verbracht hat. Aus Anlass seines 100. Todestages- eineentsprechende Personale zeigte das Haydn- Museum Eisenstadt- fiel daherim Ethnographischen Museum die Entscheidung, die Jahresausstellung2007 seinem Instrument, der Geige, und der Geigenmusik in der europäi-schen Volksmusik zu widmen. Dieses Projekt wurde in Zusammenarbeit mitdem Institut für Volksmusikforschung und Ethnomusikologie der Universi-tät für Musik und darstellende Kunst in Wien und auf Basis des umfassendenFachwissens von Ass.- Prof. Dr. Rudolf Pietsch durchgeführt. Leider konntezu dieser sehr schönen Präsentation- wie im Ethnographischen MuseumSchloss Kittsee bislang Standard kein Katalog erscheinen, da er nichtfinanzierbar war. Die gesamte Ausstellung war aus finanziellen Gründenkaum noch realisierbar, und die gewohnte Herbstausstellung musste diesesJahrganz entfallen.

Die prekäre Situation hatte sich bereits im Vorjahr abgezeichnet( vgl. denJahresbericht 2006 in dieser Zeitschrift, ÖZV LXI/ 110, Wien 2007, S. 352)und war das Resultat einer längeren Entwicklung. Die Subventionen vonBund und Land waren seit gut zwanzig Jahren nicht erhöht worden, jene desBundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur wurde sogar mehr-mals gekürzt. Betriebs- und Personalkosten stiegen jedoch kontinuierlichund waren auch durch die durchaus beträchtlichen Eigeneinnahmen aufDauer nicht abzufedern. Der Museumsverein war, ähnlich wie in Wien, lautMietvereinbarung dazu verpflichtet, das Schlossgebäude und den Park zuerhalten und für die Sicherheit von BesucherInnen, MitarbeiterInnen undSammlung verantwortlich.

Die Infrastruktur des in die Jahre gekommenen Museums hätte dringendeines Investitionsschubes bedurft, die dreißig Jahre alte Dauerausstellungder Entwicklung eines neuen Konzepts. Bereits die vorangegangeneGeschäftsführung hat vergeblich versucht, Verbesserungen zu bewirken.Von Juli bis Dezember 2007 hat sich der Vereinsvorstand neuerlich intensivum Verständnis und Interesse bei den unterstützenden Körperschaften be-müht. Die notwendigen Sanierungsmaßnahmen wurden erhoben, eine struk-turelle wie inhaltliche Neuorientierung vorgeschlagen. Zu Ende des Jahreswar jedoch klar, daß weder der Bund noch das Land noch die Gemeinde