Jahrgang 
111 (2008) / N.S. 62
Seite
283
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Österreichische Zeitschrift für Volkskunde

Band LXII/ 111, Wien 2008, 283-336

Chronik der Volkskunde

Jahresbericht des Vereins und desÖsterreichischen Museums für Volkskunde 2007

EINFÜHRUNG

2007 war für die österreichische Museumslandschaft ein herausragendesJahr, da zum ersten Mal in der 61- jährigen Geschichte des InternationalenMuseumsrates ICOM dessen 21. Generalkonferenz in Wien stattfand. DasMuseum für Volkskunde war ganz vorne mit dabei, diese Großkonferenz zuorganisieren, das Programm zweier Internationaler Komitees zu gestaltenund sie durch Österreich zu begleiten. Besonders das für die Tagung eigensentwickelte innovative Ausstellungsprojekt museum_inside_out. Arbeitam Gedächtnis wurde von den Museumskollegen und-kolleginnen ausaller Welt mit großem Interesse aufgenommen. Daneben waren in diesemJahr zwei Sonderausstellungen mit Europa- Fokus im Haus erfolgreich undzwei Ausstellungen, mit denen das Österreichische Museum für Volkskundeeinerseits in der Kulturhauptstadt Sibiu in Rumänien und andererseits in denfranzösischen Städten Chambéry und Grenoble zu Gast war.

Das Veranstaltungsjahr prägten die zahlreichen nachfolgend aufgelis-teten Vereinsaktivitäten, mehrere im Museum stattfindende Tagungen, dar-unter das Studierendentreffen der dgy, ausstellungsbegleitende Vortrags-reihen, Studienreisen und Exkursionen und ein Filmschwerpunkt. Einebesondere Erwähnung verdienen auch die vermehrt von Erfolg gekröntenBemühungen, neue Besucherschichten anzusprechen. Die Angebote wurdenhierbei für Kindergarten- und Schulgruppen, für Lehrlinge, Studierende,Migranten und Migrantinnen, Menschen mit Behinderungen, Senioren undSeniorinnen maßgeschneidert. Als Zielvorstellung steht dabei nicht derMassenbesuch im Vordergrund, sondern die Qualität des Angebots, die( zeit-und personalintensive) persönliche Auseinandersetzung mit den Museums-gästen und ihre aktive Einbindung in Kommunikationsprozesse.

Die schönen Ergebnisse wurden trotz unverändert schwieriger Rahmen-bedingungen erzielt. Mangelnde Planungssicherheit aufgrund des jährlichungewissen Subventionsflusses wurde durch erhöhte Kreativität ausgegli-chen, Ausstellungs- und Infrastrukturbudgets verschränkt und dadurch