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Birgit Johler
ÖZV LXII/ 111
tung des Systems dienen und der zum Teil aggressiven Anschluss-Propaganda an das von den Austrofaschisten als„ protestantisch-preußisch" bzw. ,, heidnisch Glossar ::: zum Glossareintrag heidnisch- nationalsozialistisch“ charakterisierteDeutschland entgegenwirken, unter anderem mit einer aktuell- politi-schen Interpretation der Geschichte der Habsburger- Monarchie.34
Volksbildnerische wie auch volkswirtschaftliche Standpunkte wa-ren offizieller Triebmotor des Museums für seine Aktivitäten, siesollten dem Haus das Wohlwollen der Subventionsgeber, allen vorandes zuständigen Ministeriums aber auch der Stadt Wien und desGewerbeförderungsinstituts der Kammer für Handel, Gewerbe undIndustrie sichern. 35 Sonderausstellungen im Museum wurden in den1930er Jahren unter( finanzieller) Beteiligung externer Organisatio-nen wie etwa dem bereits erwähnten Gewerbeförderungsinstitut, derÖsterreichischen Verkehrswerbung, dem Vaterländischen Frontwerk,, Neues Leben“ oder auch dem Museum ideell und zum Teil auchräumlich nahestehenden ideologischen Verbänden wie der„, Österrei-chischen Heimatgesellschaft“, dem Verein ,, Deutsche Heimat“ oderdem bekanntermaßen nationalsozialistisch unterwanderten³6,, Deut-schen Schulverein Südmark“ durchgeführt. Themen der Ausstel-lungen waren ,, Volkstum im Bilde( 30 Jahre, Deutsche Heimat")",dessen Eröffnung übrigens durch den Rektor der Akademie der bil-denden Künste, Clemens Holzmeister- einem tonangebenden Ver-treter austrofaschistischer Kulturpolitik37 vorgenommen wurde
34 Hierfür wurde die ,, österreichische Mission" entworfen, die die Errichtung eineszukünftigen ,, Heiligen Reiches“ zum Ziel hatte( Staudinger[ wie Anm. 25],
S. 48).
35 Arthur Haberlandt wusste geschickt, Unterstützungsansuchen an geeigneter Stel-le bzw. zum geeigneten Zeitpunkt vorzubringen: Ein zweiseitiges Schreiben desDirektors an den Wiener Stadtschulrat über den alljährlich abzuhaltenden ,, Kurs"für Volks- und Hauptschullehrer Wiens in den Häusern des Wiener Volksbil-dungswerkes( Einzelvorträge und Schulungskurse zu Themen aus ,, dem Fest-kreis des Jahres, für Spiel, von Kindern und Erwachsenen usw.", gehalten vomDirektor selbst bzw. auch von seiner wissenschaftlichen Mitarbeiterin AdelgardPerkmann) endet etwa mit der Bitte um Gewährung einer Subvention, um 150Lichtbilder aus Privatbesitz erwerben zu können. Arthur Haberlandt an den WienerStadtschulrat, 6.7.1934, ÖMV, Ktn. 20, Museum/ Ausstellungen/ Besucher.36 Vgl. Staudinger( wie Anm. 25), S. 46.
37 Zu Clemens Holzmeister und seiner Beziehung zum„, Ständestaat" siehe auchNierhaus, Irene: Erwartungshorizont. Ausstellungen als Gestaltungsmittel auto-ritärer Politik an Wiener Beispielen aus den dreißiger und vierziger Jahren. In:Fliedl, Gottfried, Roswitha Muttenthaler, Herbert Posch( Hg.): Museumsraum,