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Hans Bayr
ÖZV LXII/ 111
schungsergebnisse, für Tätigkeitsberichte und für die interne Kom-munikation gegeben. Die rege Sammlertätigkeit erreichte ihren Hö-hepunkt mit der Eröffnung des Museums für Österreichische Volks-kunde am 31. Jänner 1897 in einem Raum im Börsengebäude, WienI., Wipplingerstraße 34, der vom k.k. Handelsmuseum dem Vereinüberlassen worden war, und dem Besuch des neuen Museums durchKaiser Franz Josef I. am 2. April dieses Jahres 20. Zugleich mit diesenöffentlichen Erfolgen fand vereinsintern ein heute nur mehr schwernachzuvollziehender Machtkampf statt, der im Dezember des Jahres1897 zum Ausscheiden des Gründungsmitgliedes und Geschäftsfüh-rers Dr. Wilhelm Hein und mehrerer seiner Freunde führte. Auch dieMitgliederanzahl reduzierte sich ab sofort drastisch, um bis 1904 aufweniger als die Hälfte abzusinken.21
Die Mitglieder des Vereins, insbesondere die Vorstandsmitgliedertaten das ihre, um die Volkskundesammlung zu vermehren. 1895spendete Marietta Thirring 22 mehrere Zinnteller, Caroline Malovichund Julius Thirring 23 übergaben Geschenke aus Tirol und aus demLungau.„ Die Sammlung des Vereines, welche sich mit Ende desJahres auf 1000 Nummern belief ist inzwischen durch wiederholteSammelreisen der Herrn Dr Haberlandt, Dr W. Hein und Fr X.Grössl auf nahezu 5000 Nummern gebracht worden,[...]" 24 berichtetDr. Haberlandt stolz Mitte des Jahres 1896. Auch nach der Eröffnungdes Österreichischen Volkskundemuseums in Wien wurde intensivweiter gesammelt. Am 7. Februar 1897 fand das Hüttlerlaufen in Rumbei Innsbruck statt, wohin der Geschäftsführer Dr. Hein im Auftragdes Vereines fuhr. Er ,, erwarb bei dieser Gelegenheit einige von denKostümen für das Museum und ließ auch von den Rollenträgernphotographische Einzelaufnahmen sowie ein vollständiges Gruppen-
20 Ebd., S. 317ff.( Chronik 1894–1945).
21 Zeitschrift für österreichische Volkskunde( ZföV), I. Jg. 1895, S. 31: 20.1.1895[...] 502 Mitglieder des Vereines.
Nikitsch( 2006), S. 325ff.( Chronik): 1895[...] 950 Mitglieder, 1897[...] 1123Mitglieder, 1899[...] 839 Mitglieder, Dez. 1900[...] 681 Mitglieder, 1901[...]569 Mitglieder, 1903[... 538 Mitglieder, 1904[...] 525 Mitglieder, 1916[...] 418Mitglieder.
22 ZföV, I. Jg. 1895, S. 94 und S. 96.
23 ZföV, I. Jg. 1895, S. 376.
24 ZföV, II. Jg. 1896, S. 278f. Da der vorliegende Text zahlreiche Primärquellenzitiert, sind diese in weiterer Folge zur besseren Kenntlichmachung kursivgesetzt.