Jahrgang 
111 (2008) / N.S. 62
Seite
171
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Österreichische Zeitschrift für Volkskunde Band LXII/ 111, Wien 2008, 171–178

Chronik der Volkskunde

Space Invasion

Drei Ausstellungen junger Kunst in der ehemaligenPortierswohnung des Österreichischen Museums für Volkskunde

Vom 23. Jänner bis 27. April 2008 fand im Österreichischen Museum fürVolkskunde die Ausstellungsreihe ,, Space Invasion" statt. Drei in Österreichlebende KünstlerInnen präsentierten für jeweils etwa drei Wochen in auf-einanderfolgenden Ausstellungen raumspezifische Arbeiten, die sich mit derehemaligen Portierswohnung des Museums für Volkskunde auseinander-

setzten.

Das Format ,, Space Invasion wurde 2006 von der freischaffenden Ku-ratorin Elsy Lahner entwickelt. Die Ausstellungsreihe findet geblockt undin wechselnden Räumlichkeiten statt, um in temporären ,, Invasionen zueiner kulturellen Belebung des jeweiligen Stadtviertels beizutragen. Außer-halb des etablierten Kunstbetriebs werden jene zeitgenössischen Kunstpo-sitionen vorgestellt, die die österreichische und internationale Kunstszenevon morgen prägen werden. Ziel ist es, diese Positionen in neuen Zusam-menhängen zu zeigen und auch die Wiener Kunstlandschaft um eine Facettezu bereichern.

Schauplatz der ersten Ausstellungsreihe im Frühjahr 2006 war ein leer-stehendes Geschäftslokal in der Nähe des Südbahnhofs. In drei einwöchigenAusstellungen wurden dort Arbeiten junger KünstlerInnen aus dem Bereichder Video- und Rauminstallation gezeigt.

Für die zweite ,, Invasion wurde als Ausstellungsort ein Raum im 1.Bezirk, in einer kleinen Passage am Bauernmarkt, gewählt, dieses Mal mitdem Schwerpunkt Malerei, Zeichnung und Grafik.

Die dritte Station war die Laudongasse. Die Portierswohnung des Volks-kundemuseums stand in den letzten Jahren leer und wurde als Abstellraumgenützt. Die Räume lassen noch klar erkennen, dass sie bis vor kurzem alsWohnraum gedient haben und stellen damit alles andere als einen V WhiteCube" den neutralen weißen Raum, der als Standard in der Präsentationvon Kunst dient dar. Während der White Cube" ein ästhetisch vor-definierter Raum ist, hat man es hier mit Zeichen lebensweltlicher Nutzungzu tun. Räume, in denen sich mehrere Funktionszusammenhänge kreuzen

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