2008, Heft 2
Mitteilungen
,, Cultural Tendencies and Dominants in Modern Mining"
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Der volkskundlich- kulturwissenschaftliche Projektteil desSpezialforschungsbereichs HiMAT(„, The History of MiningActivities in the Tyrol and Adjacent Areas: Impact on Environmentand Human Societies“) der Universität Innsbruck
Margret Haider und Reinhard Bodner
Wer seine Neugierde auf den Spezialforschungsbereich( SFB) HiMAT mitHilfe der Suchmaschine Google zu stillen versucht, wird als erstes nichtetwa zur passenden Homepage gelotst, sondern zunächst mit der Rückfragenach einem möglichen Versehen konfrontiert: ob man denn vielleicht,, Spezialforschungsbereich Heimat“ gemeint hätte? Dass das Kürzel desenglischen Projekttitels- ,, The History of Mining Activities in the Tyrol andAdjacent Areas"- keineswegs auf einem Flüchtigkeitsfehler beruht undgleichzeitig dennoch ganz gezielt auf den deutschen Begriff anspielen soll,wurde spätestens bei der Pressekonferenz bekannt, die nach der Genehmi-gung des SFB durch den Fonds zur Förderung der wissenschaftlichenForschung( FWF) an der Universität Innsbruck abgehalten wurde.¹ Dabeiwurden nämlich nicht nur neue Perspektiven einer Integration von geistes-,natur- und ingenieurswissenschaftlicher Forschung in Aussicht gestellt,sondern daneben auch Bemerkungen darüber gemacht, worin die gesell-schaftliche Relevanz des Vorhabens bestehe: Es schaffe, so der damaligeRektor ,,, vor allem Geschichtlichkeit und Identität für die gesamte Regi-on" weshalb man den Projektnamen, wie der Sprecher des SFB ergänzte,als ,, Heimat“ aussprechen wolle.³ Einerseits dient die Buchstabenfolge alsoeiner nüchtern- pragmatischen Verknappung der ausformulierten Über-schrift und dürfte als solche auch in der internationalen Forschungs-landschaft handlich erscheinen; andererseits spielt sie zugleich mit einememotional und ideologisch aufgeladenen Begriff, dessen gesellschaftlicheNotwendigkeit ein Fach wie die Volkskunde immer wieder vor praktischeund theoretische Herausforderungen stellt. Dieser Doppeldeutigkeit ent-sprechend wurden den Journalistinnen und Journalisten nicht nur Zahlenund Fakten zum Forschungsunternehmen preisgegeben, sondern auch sym-
1 Vgl. den Bericht auf dem Informationsportal ,, iPoint“ der Universität Innsbruck,15.12.2006: http://www.uibk.ac.at/ipoint/news/uni_und_forschung/428273.html, Stand: 15.04.2008.
2 Unimagazin der Universität Innsbruck, 8( Dezember) 2006, S. 4 f., hier S. 5.3 Der Standard, 16./17. Dezember 2006, S. 9.