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Zuzana Profantová
ÖZV LXII/ 111
ein breiterer Begriff als die Familie. Er schließt auch andere Mitbe-wohner mit ein, zum Beispiel Hausgehilfen, Bedienstete, aber auchdie nächsten Freunde.
Das Haus stellt einen stabilen Wert dar, der verschiedene materiel-le, gesellschaftliche, aber auch symbolische Bedürfnisse befriedigt.So gesehen, verstehen wir das Haus nicht nur als Raum zum Wohnen,sondern auch als Symbol der eigenen Wurzeln, der Vergangenheit. Indiesem Sinne ist das Haus auch ein Synonym der Heimat, es wird mitVaterland, väterliches Erbe, Heimatland identifiziert.
Der tschechische Literaturwissenschaftler V. Černý schreibt inseinen Essays: ,, Wir stellen uns verwundert die Frage, warum derschöpferische Mensch oder der Mensch überhaupt in einer morali-schen Krise oder in Kummer und Wehmut oder Müdigkeit oderSehnsucht nach Regeneration, so gern und hoffnungsvoll an Ortezurückkehrt, von wo er einst so übereifrig, ungeduldig und eifrigweggeeilt war! Jeder flieht von hier, und die besten kehren zurück.Warum? Und wir geben uns selber die Antwort, dass sie dorthinzurückkehren als es sich plötzlich ohne das nicht mehr gut lebenließ zu suchen, was sie dort fest und zu Recht wiederzufindenerhoffen, weil sie es dort zurückgelassen hatten... Sie suchen einfachden gestrigen Tag, ihren gestrigen Tag, sich selbst. Ein Stück jenernatürlichen und moralischen Gesetzmäßigkeit, nach der der Menschentsteht, nach der ihn das kleine, Heimatland' einst aufwachsen lieẞund mit dem der Mensch mitunter, und besonders, wenn es ihmschlecht geht, den lebendigen Kontakt erneuern muss, wenn er sichaufrichten, gesunden oder weiter wachsen soll“( Černý 1992, S. 816).
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In diesem Sinne ist das Haus eine Institution, die den Menschenseit jeher begleitet hat. Es ist wichtig als organisatorisches Elementdes Alltagslebens. Es ist auch ein Ort sozialer Beziehungen, sowieder Ausgangspunkt des ökonomischen Lebens. Am häufigsten wirddie Rolle des Hauses im Zusammenhang mit der Befriedigungmenschlicher Bedürfnisse bewertet, so wie sie H. Maslow konkreti-siert hat: 1. physiologische, 2. Sicherheit, 3. Zugehörigkeit und Lie-be, 4. Anerkennung, 5. Selbstrealisierung, auch Bedürfnisse des Er-kennens, Verstehens und ästhetische Bedürfnisse. Die Rolle des Zu-hauses ist die Befriedigung dieser Bedürfnisse, aber auch die Bestim-mung der Formen der Befriedigung. Das Haus als Zuhause befriedigtphysiologische Bedürfnisse, aber auch das Bedürfnis nach Sicherheitder Zugehörigkeit, Wertschätzung und Selbstverwirklichung. Inwie-