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Zuzana Profantová
ÖZV LXII/ 111
Das Haus, Heim, Daheim oder das Zuhause gilt als der Raum, derdem Menschen gehört und in den er seit jeher gehört. Es ist der Raum,der optimalerweise seinen menschlichen Dimensionen entspricht. Esist der Mikrokosmos, in dem der Mensch für sich entscheidet, wasgut und was schlecht ist, was nützlich und was schön, was richtig undwas gerecht ist, wovor man sich fürchten und schützen muss. Es istein bestimmter, bekannter und intimer Ort.
Die Bilder des Hauses im kollektiven Gedächtnis haben einenintersubjektiven Charakter, in der menschlichen Tradition werdenihm symbolische Attribute wie etwa Paradies, himmlischer Palast,Kosmos, Welt- Mikrowelt, Holz des Lebens und sogar des Menschen,und zwar im Sinne des Anthropokosmos, Familie, Sitz der Seelen derToten, Grab oder auch dämonischer Raum zugeordnet. Homo do-mesticus, der„ wohnende“ Mensch, hat eine eigene Vision vomMikrokosmos seiner Wohnstätte. Sie ist eine Replik des Weltbildesund der Kosmogonie. In den verschiedensten Kulturkontexten findenwir stets das gleiche Szenarium der Kosmogonie und der Rituale beider Besiedlung eines Territoriums. Stets geht es um eine Analogie mitder Grundsteinlegung der Welt.
Heutzutage stellen wir uns Häuser zu einfach vor, als irgendwelchegeordneten Räume, in denen unser Alltagsleben verläuft. Das Hausist beinahe nur ein abgegrenzter Ort zum Wohnen. Aber erst dadurch,dass man darin wohnt, wird es zum Haus. Das Bauen eines Hausesist somit von vornherein schon dadurch bestimmt, dass es das Wohnenermöglichen soll. M. Heidegger schreibt in etwa: ,, Wenn wir über dasWort wohnen in ausreichender Breite und entsprechender Tiefe nach-denken, wird es für uns zur Benennung dessen, wie die Menschen aufder Erde, unter dem Himmelsgewölbe von der Geburt bis zum Todwandern. Es ist eine vielfältige und wechselvolle Wanderung. Dochimmer und überall ist diese Wanderung der Grundzug des Wohnensals der menschlichen Art des Aufenthaltes zwischen Himmel undErde, zwischen Geburt und Tod, zwischen Freude und Schmerz,zwischen Arbeit und Wort. Wenn wir dieses vielfache Zwischen dieWelt nennen, dann ist die Welt jenes Zuhause, das die Sterblichenbewohnen. Einzelne Häuser, Dörfer, Städte, sind dagegen Bauten, indenen und um die herum sich dieses vielfache Zwischen' ansammelt.Erst Bauten bringen die Erde als bewohntes Land in die menschlicheNähe und stellen gleichzeitig die Nähe des nachbarlichen Wohnensunter das weitere Himmelszelt. Nur wenn der Mensch ein Haus als